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APA-Artikel 29. Oktober 2012

Palliativpflege nicht nur in Spezialkliniken

Damit schwerkranke und sterbende Menschen überall in der Schweiz Zugang zu Palliativpflege erhalten, soll diese in den bestehenden Strukturen verankert werden. Das sieht die «Nationale Strategie Palliative Care» für die nächsten Jahre vor.

Der Dialog Nationale Gesundheitspolitik von Bund und Kantonen hat die Strategie um drei Jahre verlängert und den Schwerpunkt auf die palliative Grundversorgung gelegt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) am Freitag mitteilten.

Mit der Nationalen Strategie Palliative Care wollen Bund und Kantone dazu beitragen, die Lebensqualität von schwerkranken und sterbenden Menschen zu verbessern. Palliative Care bietet diesen Menschen und ihren Angehörigen eine angepasste Betreuung, Begleitung und Behandlung.

Nicht nur in der Palliativklinik

Dafür sind nicht zwingend spezialisierte Palliativkliniken nötig: Nur ein Fünftel der Palliativpatientinnen und -patienten benötigen eine so komplexe Behandlung und Pflege, dass sie eine solche Klinik brauchen, wie das BAG und die GDK schreiben.

Vier Fünftel der Patientinnen und Patienten können am Lebensende durch die Leistungserbringer der Grundversorgung betreut werden - zu Hause, im Pflegeheim oder im Akutspital. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die betreuenden und behandelnden Fachpersonen über die erforderlichen Kompetenzen in Palliative Care verfügen.

Finanzierungsfragen klären

Bund und Kantone möchten, dass Palliative-Care-Leistungen in der Grundversorgung besser bekannt und verfügbar sind. Sie haben beschlossen, die Leistungen einheitlich zu definieren. Anschliessend soll gemessen werden, mit welchem Aufwand die Leistungen verbunden sind. Dies bilde die Grundlage zur Klärung der Finanzierungsfragen, schreiben BAG und GDK.

Für spezialisierte Palliative-Care-Stationen oder -Kliniken soll zudem eine spezifische Tarifstruktur erstellt werden. Das seit diesem Jahr geltende System mit Fallpauschalen sei für Palliative Care nicht geeignet, halten die Verantwortlichen fest. Es sei nämlich auf Patientinnen und Patienten ausgerichtet, die wieder genesen würden.

Hauptziel noch nicht erreicht

Von einem flächendeckenden Angebot der Palliativmedizin ist die Schweiz noch weit entfernt. In den vergangenen drei Jahren seien zwar viele Massnahmen umgesetzt worden, heisst es im Bilanzbericht. Das Hauptziel habe aber nicht vollständig erreicht werden können.

Vielen Menschen ist Palliativpflege nach wie vor unbekannt. Umfragen zeigen, dass in erster Linie Suizidhilfeorganisationen als Möglichkeit wahrgenommen werden, wenn es darum geht, am Lebensende die Selbstbestimmung zu wahren.

Demenzstrategie bis in einem Jahr

Gemäss dem Bericht wird der Bedarf an Palliativpflege in den kommenden Jahren wegen der veränderten Altersstruktur der Gesellschaft deutlich zunehmen. Heute benötigen gemäss Schätzungen 40'000 Personen jährlich Palliative Care, in den nächsten 20 Jahren dürften es über 50'000 sein.

Der Dialog Nationale Gesundheitspolitik hat sich auch mit der geplanten Nationalen Demenzstrategie beschäftigt. Er hat das BAG und die GDK damit beauftragt, diese bis im Herbst 2013 auszuarbeiten. Sie soll Ziele und Massnahmen zur Verbesserung der Früherkennung und der Betreuung von Demenzkranken enthalten. Das Parlament hatte eine solche Strategie gefordert.

apa.at

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