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APA-Artikel 25. Oktober 2012

Jungärzte gegen Nulllohnrunde für Spitalsärzte

"Die angestrebte österreichweite Nulllohnrunde für alle Bediensteten im öffentlichen Bereich würde uns Jungmediziner massiv finanziell belasten, deshalb sprechen wir uns vehement dagegen aus", so der Obmann der Sektion Turnusärzte der Ärztekammer für Wien, Stephan Ubl. Er fordert eine reale Lohnanpassung auch für das Jahr 2013.

Die Arbeit im Spital werde für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung immer belastender: "Steigende Bürokratie, Arbeitsdruck sowie ein höheres Patientenaufkommen verlangen den Turnusärzten im täglichen Spitalsalltag einen immer höheren zeitlichen Einsatz ab, der wiederum auf Kosten der Ausbildung wie der direkten Patientenbetreuung geht", betont Ubl. Dabei stehe das Einkommen von Turnusärzten schon jetzt nicht mehr in Relation zum Arbeitsaufwand.

Komme nun die geplante Nulllohnrunde tatsächlich, würde das bei einem Lohnverzicht von 2 Prozent für einen 30- bis 32-jährigen Spitalsmediziner einem realen Einkommensverlust von knapp 6.800 Euro in zehn Jahren entsprechen. "In 35 Jahren würden das sogar eine Gehaltseinbuße von 22.500 Euro bedeuten - für viele Jungärzte undenkbar", spricht sich Ubl vehement gegen die Nulllohnrunde und für eine reale Einkommensanpassung aus.

Zudem können Ärztinnen und Ärzte aufgrund ihrer langen und intensiven Ausbildung erst spät ins Berufsleben einsteigen und seien schon jetzt stark belastet. Gleichzeitig würden aber die Pensionen angepasst und das Pensionsalter hinaufgesetzt. Das könne sich "real bald nicht mehr ausgehen".

Schon jetzt wandere der Ärztenachwuchs lieber ins Ausland, wo Ausbildung und Bezahlung besser seien. Ubl.: "Hier geht es um die Zukunft der medizinischen Versorgung in Wien. Wenn wir nicht rasch handeln, droht eine Leistungsminimierung auf Kosten und zum Schaden der Patienten."

apa.at

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