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APA-Artikel 25. Oktober 2012

Schweizer Spitäler müssen frühzeitig nötige Veränderungen angehen

Die Spitäler in der Schweiz müssen darauf achten, dass sie nötige Veränderungen frühzeitig angehen und kontinuierlich im Auge behalten. Bisher sind sie recht gut unterwegs. Dies geht aus der am 24. Oktober in Zürich präsentierten Studie «SpitalPlus» hervor.

Die Studie erhob erstmals vertiefte Informationen bezüglich Prozess- und Changemanagement-Systeme in Schweizer Spitälern. Dazu wurden Mitarbeitende verschiedenster Berufssparten in vier Spitälern - zwei kantonale, zwei private - befragt.

Die Erhebung wurde von Fachleuten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) vorgenommen und auch ZHAW-intern finanziert. Sie soll künftig alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Die Voraussetzungen, um die anstehenden Veränderungen an die Hand zu nehmen, sind gut: Laut Studie sind die Spitalmitarbeitenden durchaus bereit, sich auf Neues einzulassen. Und sie zeigt, dass die Teams im Spital miteinander und mit Institutionen ausserhalb im allgemeinen gut zusammenarbeiten.

Gar nicht gut bestellt ist es dagegen mit dem bürokratischen Aufwand, den zwei von drei Befragten als gross bis sehr gross empfinden. Dies bestätigt eine bekannte Kritik, monieren die Kaderärzte etwa im Kanton Zürich doch schon lange, dass bürokratische Erfordernisse sie allzusehr von der Behandlung ihrer Patienten abhielten.

Ob es der «gefühlte», oder der tatsächliche Aufwand ist, der als Belastung empfunden wird, bleibt offen. Die Autoren empfehlen denn auch als «erste Stossrichtung der Optimierungsinitiativen», den Administrations-Aufwand quantitativ zu erheben «und dessen Notwendigkeit kritisch zu hinterfragen».

Vier von fünf sind zufrieden im Job

Insgesamt ist die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Job recht hoch. 79% der Befragten erklärten sich zufrieden bis sehr zufrieden. Nur sechs sind richtig unzufrieden. Damit sich diese Werte nicht verschlechtern, müssen die Spitäler aufpassen, dass der Druck auf die Mitarbeitenden nicht zu sehr steigt: Nur knapp jeder zweite (47%) gibt an, er habe genug Zeit für seine Aufgaben.

Dies sei allerdings immer noch ein weit besseres Resultat als in deutschen Krankenhäusern, sagte Mitautor Holger Auerbach zur Nachrichtenagentur sda: Dort verfüge grade mal jeder Fünfte (20%) über ausreichend Zeit für seine Aufgaben. Die Einführung der Fallpauschalen habe den Druck stark erhöht. Und doch gaben in deutschen Spitälern 86% der Mitarbeitenden an, sie seien zufrieden.

Auf jeden Fall empfehlen die Autoren der Studie, sich der drohenden Kapazitätsengpässe bereits heute «proaktiv» anzunehmen. Ein Teil der immer knapper werdenden Personalbestände könnte durch Effizienzsteigerung kompensiert werden.

Eine generelle Optimierung von Abläufen könne man aber nur erreichen, indem man den gesamten Prozess betrachte und verbessere. dazu könnte man die schon heute gut klappende Zusammenarbeit nutzen und abteilungsübergreifende Projekte angehen.

Obwohl Zeit und Geld von allen knapp sei, lohne es sich, die nötigen Freiräume und Mittel bereit zu stellen - sie würden von verbesserten Prozessen zurückerstattet. Mit Sicherheit lohne es sich auch, die Mitarbeitenden mit ihrem Wissen und ihren Ideen stärker einzubeziehen.

apa.at

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