zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 23. Oktober 2012

Berliner Charite gab Fehler nach Tod eines Babys zu

Die Berliner Uniklinik Charite hat erstmals Fehler im Umgang mit dem Infektionsfall auf der Frühchenstation zugegeben. "Es wäre besser gewesen, schon am vergangenen Donnerstag die Öffentlichkeit zu informieren", sagte Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik, dem "Tagespiegel" (Dienstag). Am Donnerstag war für zwei Neugeborenen-Stationen ein Aufnahmestopp beschlossen worden. Erst zwei Tage später wurde die Öffentlichkeit darüber und über den Tod eines Babys informiert, das sich wahrscheinlich mit Darmkeimen infiziert hatte.

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD), sagte der Zeitung, sein Amt sei am 9. Oktober vom Keimbefall informiert worden. Es habe mit der Klinikleitung die Teilung der Stationen und die Isolation von betroffenen Kindern angeordnet. Am 12. Oktober sei die Charite mündlich angewiesen worden, Patienten- und Mitarbeiterzahlen einzureichen, sagte Hanke. Mehr als eine Woche lang sei jedoch dahin gehend nichts geschehen. "Das ist sicher ärgerlich, wir haben das nun nachgereicht", sagte Charite-Direktor Frei.

Der Virologe Alexander S. Kekule verteidigte das Klinikum hingegen gegen Kritik. Die Charite sei für ihre Hygiene bundesweit bekannt, sagte er am Montag im Deutschlandradio. "Die geben sich wirklich Mühe und sind auch Experten für diese Keime." Wenn selbst dort etwas passiere, müssten die Standard-Hygiene-Maßnahmen überdacht werden.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben