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APA-Artikel 15. Oktober 2012

Tod einer Spitalspatientin wird am LG Korneuburg neu aufgerollt

Am Landesgericht Korneuburg wird am Donnerstag gegen zwei Ärzte des Krankenhauses Hollabrunn verhandelt. Sie sollen laut Anklage durch eklatante Überdosierung eines Medikaments am Tod einer Patientin Schuld tragen. Es handelt sich um einen zweiten Rechtsgang, nachdem das Oberlandesgericht Wien (OLG) das Urteil vom 23. März 2011 aufgehoben hat.

Die 85-Jährige hatte im Mai 2010 nach einem Sturz in ihrem Badezimmer wegen Schmerzen an Hüfte und Knöchel das Landesklinikum Weinviertel Hollabrunn aufgesucht. Bei der Aufnahme passierte ein letztlich letaler Fehler: Die betagte Frau gab ihren Medikamentenkonsum mit täglich 20 Milligramm eines Rheumamittels an, das sie dann auch eine Woche lang erhielt - die wöchentlich höchst zulässige Menge liegt jedoch bei 30mg. Als Nebenwirkungen zu einer rapiden Verschlechterung ihres Zustands führten, wurde sie zunächst nach Stockerau und dann ins Wiener SMZ Ost überstellt, wo sie am 2. Juni 2010 starb.

Laut den in der ersten Verhandlung vorgelegten Gutachten war die - von der behandelnden Ärzten nicht hinterfragte - Medikamentengabe kausal für den Tod der Hollabrunnerin. Ihre Hautärztin hatte das Mittel bereits im Oktober 2009 abgesetzt, nachdem die Frau wegen starker Nebenwirkungen drei Wochen lang im Krankenhaus Stockerau behandelt worden war.

Der Prozess 2011 endete mit vier - mittlerweile rechtskräftigen - Freisprüchen und zwei Schuldsprüchen wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen (Geldstrafen). Das OLG befand, dass wesentliche Fragen und Feststellungen im Verfahren offengeblieben sind, und ordnete eine neue Hauptverhandlung an, die Einzelrichterin Anna Wiesflecker führen wird.

apa.at

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