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APA-Artikel 11. Oktober 2012

AUVA: Unfallraten sinken - Mehr Versicherte

Die AUVA ist in mehrfacher Hinsicht in Jubiläums-Feierlaune: Vor hundert Jahren (1912) wurde in der Webergasse in Wien-Brigittenau das erste Amtsgebäude der damaligen Arbeiter-Unfallversicherung für Niederösterreich fertiggestellt. Dort richtete Lorenz Böhler 1925 das erste Unfallkrankenhaus Österreichs ein. Seit 1987 ist dort die Wiener Landesgeschäftsstelle der AUVA - mit steigenden Versichertenzahlen und schrumpfenden Unfallraten, wie es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz hieß."

"Die AUVA ist ein besonderer Sozialversicherungsträger. Er ist rein arbeitgeber-finanziert und stellt die Prävention in den Mittelpunkt", sagte Walter Ruck, Spartenobmann für das Gewerbe und das Handwerk in der Wiener Wirtschaftskammer und stellvertretender Vorsitzender der Wiener AUVA-Landesstelle. Historisch sei aus einer Quasi-Haftfplichtversicherung der Unternehmer auch ein Krankenbehandler und eine Institution geworden, die via Unfallverhütung für jeden investierten Euro ein Mehrfaches an potenziellen Unfall-Folgekosten verhinderte.

Das gesamte AUVA-Budget in Österreich beträgt derzeit rund 1,2 Milliarden Euro. Für Versehrten-, Hinterbliebenenrenten und die verschiedenen Beiträge für Unfallopfer und deren Angehörige wurden in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland im Jahr 2010 rund 170 Millionen Euro ausbezahlt. In Wien werden auch das Lorenz Böhler-Unfallkrankenhaus und das Meidlinger Unfallkrankenhaus als "Flaggschiffe" auf diesem Gebiet betrieben.

Insgesamt schafft die AUVA trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen jeweils ein Ergebnis um die "Schwarze Null", wie Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA-Landesstelle Wien, erklärte. Allerdings leidet die Institution - auch das ist quasi Tradition - darunter, dass sie von der Politik immer wieder zusätzliche Aufgaben ohne entsprechende finanzielle Gegenleistung zugewiesen bekommt.

Friederike Lackenbauer: "Über die AUVA sind auch die Schüler und Studenten versichert, seit kurzer Zeit auch die Kindergartenkinder im verpflichtenden Kindergartenjahr." Ähnliches wurde in den vergangenen Jahren auch für "versicherungsfremde Leistungen" bei den anderen Krankenversicherungsträgern beklagt.

Von der Statistik her sieht die Entwicklung der AUVA für Wien, Niederösterreich und das Burgenland gut aus: 1987 gab es beispielsweise 1,1 Millionen erwerbstätig Versicherte (652.000 Wien, 393.000 in NÖ und 59.000 im Burgenland) in ganz Österreich 2,5 Millionen. Im Jahr 2011 zählte die AUVA in den drei Bundesländern 1,4 Millionen erwerbstätig Versicherte (Österreich: 3,3 Millionen), davon 744.000 in Wien, 544.000 in Niederösterreich und 91.000 im Burgenland. Die Gesamtzahl der Versicherten via Funktionsbereich der Landesgeschäftsstelle Wien erhöhte sich von 1,6 Millionen im Jahr 1987 (Österreich: 3,7 Millionen) auf zwei Millionen (Österreich: 4,7 Millionen).

Die Unfallrate (Arbeitsunfälle auf 1.000 Versicherte) sank von 66,6 (Wien, NÖ und Burgenland) im Jahr 1987 (Österreich damals 69,9) auf 33 pro 1.000 Versicherte im Jahr 2011 in den drei Bundesländern (Österreich: 33). Arbeits- und Wegunfälle forderten beispielsweise im Jahr 1987 in ganz Österreich 353 Todesopfer (bei deutlich weniger Erwerbstätigen), im Jahr 2011 waren es 116 Opfer.

Bei den Angaben über die unfallträchtigsten Berufsgruppen (anerkannte Arbeitsunfälle ohne Wegunfälle) zeigen sich die Verschiebungen des Wirtschaftslebens: 1987 waren das in Wien noch die Landmaschinen- oder Industriemaschinenmechaniker und Schlosser, 2011 waren es in Wien Reinigungspersonal und Hilfskräfte in Büros, Hotels etc. In Niederösterreich führen Verkäufer und Hilfskräfte in Handelsgeschäften jetzt die Liste an (ehemals Landmaschinenmechaniker). Im Burgenland verlagerte sich der Brennpunkt von den Lkw-Fahrern zu den Mechanikern.

apa.at

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