zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 11. Oktober 2012

Rotes Kreuz fordert Regelfinanzierung für stationäre Hospize

"Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben und die Aufgabe unserer Gesellschaft ist es, dies zu ermöglichen. Wir müssen am Ende eines Lebens genauso zusammenstehen wie am Beginn des Lebens ", so Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. "Der Ausbau stationärer Hospize muss stärker vorangetrieben werden. Schwerkranke Menschen brauchen intensive Betreuung, die oftmals zu Hause nicht mehr bewältigt werden kann." Für Österreich wurde im Jahr 2004 vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen im Auftrag des Gesundheitsministeriums ein Plan zur Hospiz- und Palliativversorgung vorgelegt und ein Bedarfsrichtwert von 60 Hospiz- und Palliativbetten pro einer Million Einwohner angegeben. 2011 wurden bei stationären Hospizbetten gerade einmal 29 Prozent dieses Richtwerts erreicht.

"Die öffentliche Finanzierung der Hospizversorgung, insbesondere von stationären Hospizen, muss integrierter Bestandteil unseres Gesundheits- und Pflegesystems werden. Wir brauchen ein Gesamtpaket für die Langzeitpflege und Hospizversorgung", so Kerschbaum weiter. Neben der öffentlichen Finanzierung stationärer Hospize fordert das Rote Kreuz seit vielen Jahren den Ausbau von stationären und teilstationären Hospizeinrichtungen sowie mobiler Dienste. Begrüßenswert ist für Werner Kerschbaum die Ankündigung von Bundesminister Rudolf Hundstorfer anlässlich des Welthospiztages, die Hospizbetreuung in die Verhandlungen um die Zukunft der Pflege und des Pflegefonds zu integrieren.

Das Rote Kreuz betreibt in Salzburg seit zehn Jahren das Helga-Treichl-Hospiz und hat viel Erfahrung und Expertise in diesem Bereich. Für den langfristigen Betrieb ist auch hier eine Finanzierung der öffentlichen Hand notwendig. Mit mobilen Hospiz-Teams unterstützt das Rote Kreuz Menschen in ihrer letzten Lebensphase sowie deren Angehörige. Betroffene brauchen jemanden, mit dem sie über ihre Krankheit, über Sorgen und Ängste, aber auch Hoffnungen sprechen können, der sie dabei unterstützt, diese Zeit nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen lebenswert zu gestalten. Auch die Trauerbegleitung ist ein wesentlicher Bestandteil des Hospizdienstes.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben