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APA-Artikel 9. Oktober 2012

Öllinger: PatientInnenfeindliches ELGA ist vergebene Chance

"Mit diesem ELGA vergibt die Regierung die Chance, das Projekt kunden- und patientenfreundlich aufzusetzen", kritisiert Karl Öllinger, Sozialsprecher der Grünen. "In Dänemark wurde das Gesundheitsportal so gestaltet, dass der Patientennutzen direkt sichtbar ist. Es beruht auf der Freiwilligkeit der TeilnehmerInnen (Opting In- Variante) und erfreut sich höchster Zustimmung."

Das freiwillige Modell hat den Vorteil, dass es sich um die Zustimmung der PatientInnen bemühen muss. Und jeder kann über seine Daten selbst bestimmen. "Das ist ein Riesenunterschied zum SPÖ-ÖVP-Modell ELGA, in dem sensible Gesundheitsdaten jedenfalls gespeichert werden und nur bei einem Veto des Patienten quasi unsichtbar gemacht werden (Opting Out)" so Öllinger.

Öllinger ist zudem skeptisch, was Aufbau- und Betriebskosten von ELGA betrifft. Das dänische Gesundheitsportal, das es seit 2003 gibt, hat bis 2008 725 Millionen Euro gekostet. Bei der österreichischen Rinder- und Schweinedatenbank ist der Rechnungshof im Jahr 2006 auf knapp 2 Euro an Kosten pro Eintrag gekommen. Das wesentlich umfangreichere ELGA wird weit über hundert Millionen Einträge pro Jahr umfassen. "Die Kostenangaben der Regierung - mit 130 Mio Aufbaukosten und 18 Mio Betriebskosten pro Jahr - ist völlig an den Haaren herbeigezogen", so Öllinger.

apa.at

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