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APA-Artikel 9. Oktober 2012

ÖGB-Achitz: ELGA schützt vor Doppelbefundung und tödlichen Medikamentencocktails

Vom ELGA-Gesetz, das auf der Tagesordnung des heutigen Ministerrats steht, werden sowohl die PatientInnen als auch das gesamte Gesundheitssystem profitieren, sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB: "Dem System bleiben Kosten durch doppelt durchgeführte Untersuchungen erspart, und die PatientInnen werden vor gefährlichen Medikamentencocktails geschützt. ELGA kann also im Extremfall Leben retten."

Auch wenn ELGA nun wegen einiger Bremsversuche von Seiten der Ärzte später starten müsse als ursprünglich geplant, handelt es sich um einen Meilensein für das Gesundheitssystem. "Jedes Röntgen, das nicht noch einmal gemacht werden muss, weil sie ohnehin bereits durchgeführt worden sind und weil die entsprechenden Daten ohnehin in ELGA abrufbar sind, erspart den PatientInnen die Strahlenbelastung und den Zeitaufwand, und dem Gesundheitssystem die Kosten", sagt Achitz.

Computer schreit Alarm, wenn sich zwei Medikamente nicht vertragen

Durch die E-Medikation, die sich im Testbetrieb bewährt hat und die nun ein Teil von ELGA werden soll, wird der Computer sofort Alarm schreien, wenn ein verschriebenes Medikament Wechselwirkungen mit einem anderen eingenommenen Präparat auslösen könnte. Achitz: "Dadurch werden vor allem ältere und chronisch Kranke vor gefährlichen Medikamentencocktails bewahrt. ELGA kann also im Extremfall Leben retten." Das könne aber naturgemäß nur funktionieren, wenn alle Ärztinnen und Ärzte an ELGA teilnehmen.

Datenschutz: ELGA sicherer als derzeitige Situation

Ganz wesentlich ist natürlich, dass die Daten in ELGA sicher sind, und dass die aktuellsten Verschlüsselungstechniken angewandt werden. Achitz: "Dadurch sind die Daten in ELGA viel sicherer als heute, wo viele ÄrztInnen Befunde einfach unverschlüsselt per E-Mail herumschicken." Außerdem wird jeder Patient und jede Patientin Zugang zum eigenen ELGA-Akt haben und lückenlos kontrollieren können, wer sich wann welchen Befund runtergeladen hat.

Wichtig: Strafen für unerlaubte Zugriffsversuche durch Arbeitgeber

Allein der Versuch, illegal an ELGA-Daten zu kommen, soll strafbar sein. "Der ÖGB wird sich naturgemäß besonders dafür einsetzen, dass Arbeitgeber, die an Gesundheitsdaten ihrer Beschäftigten herankommen wollen, auch tatsächlich verfolgt und bestraft werden", kündigt Achitz an.

apa.at

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