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APA-Artikel 8. Oktober 2012

Glawischnig: Kindergartenessen auf 100% pestizid- und gentechnikfrei umstellen

"Wir wollen eine gesunde und giftfreie Ernährung für unsere Kinder. Das ist derzeit nicht bei allen Produkten der Fall. Immer wieder werden bei Tests gesundheitsbedenkliche Pestizid-Belastungen bei Obst und Gemüse gemessen. Chemie im Essen kann eine Reihe von Krankheiten verursachen, wie Studien belegen. Kinder sind besonders gefährdet", warnen Eva Glawischnig, Bundessprecherin und Klubobfrau der Grünen und Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber.

Die Grünen starten heute eine österreichweite Aktionswoche zum Thema Bio-Lebensmittel. Zum Auftakt präsentierten Glawischnig und Pirklhuber einen Aktionsplan zur Umstellung von Kindergärten auf 100% pestizid- und gentechnikfreie Lebensmittel. In drei Jahren soll das Kindergartenessen auf 100% BIO umgestellt werden. "Das ist bei entsprechender logistischer Planung und Vorbereitung möglich, die Mengen an Bio-Produkten sind verfügbar", bestätigte Horst Moser, geschäftsführender Gesellschafter des Bio-Zulieferers BIOGAST, der den Grünen Vorschlag begrüßt.

Bei der Umstellung auf BIO müssen nicht unbedingt Mehrkosten anfallen. Die Stadt Salzburg hat bei der Umstellung auf derzeit 90% Bio-Anteil durch einen zentralen Einkauf sogar noch Kosten eingespart. Wenn - etwa im ländlichen Raum - Kosten für die Umstellung anfallen, so sollte die öffentliche Hand mit Förderungen helfen. Die Grünen werden dazu Gespräche mit den zuständigen Ministern Mitterlehner, Stöger und Berlakovich aufnehmen, kündigten Glawischnig und Pirklhuber an.

Darüber hinaus ließen die Grünen auch eine Stichprobe von Obst und Gemüse auf Pestizide testen. Während Bio-Produkte völlig rückstandsfrei waren, fanden sich auf konventionell erzeugten Äpfeln und Paprika Pestizidrückstände. "Wir haben das getan, was Eltern in ganz Österreich tagtäglich tun: Obst und Gemüse im Supermarkt für ihre Kinder einkaufen, um für eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu sorgen", erläutert Pirklhuber die Tests. Auf drei der vier konventionellen Produkte (Paprika und Äpfel) fanden sich Rückstände von Pestiziden. Die Pestizid-Rückstände lagen innerhalb der gesetzlich erlaubten Grenzwerte, die Belastung ist daher nicht als hoch einzustufen, der Verzehr der Produkte laut gesetzlicher Normen unbedenklich. Die gefundenen Stoffe stehen jedoch unter Verdacht, hormonell wirksame Chemikalien zu sein. Diese Stoffe können für Kinder besonders gefährlich sein. Auf EU-Ebene wird sogar ein völliges Verbot dieser Stoffe diskutiert. Auch die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) testet regelmäßig Obst und Gemüse auf Pestizidrückstände. Der letzte Verfügbare Überwachungsbericht wurde im Oktober 2011 veröffentlicht, die Daten stammen aus dem Jahr 2010. Demnach wurden z.B. bei 96% der untersuchten Grapefruits Rückstände von mindestens einem Pestizid gefunden; auch bei Weintrauben (87% der Proben), Paprika (65%), Kohl, Spinat (20-30%) fanden sich Rückstände.

"Unser Test bestätigt: während BIO-Produkte völlig unbelastet sind, finden sich bei konventionellem Obst und Gemüse Rückstände von Pestiziden. Deswegen schlagen wir vor, alle Kindergärten innerhalb von drei Jahren auf 100% pestizid- und gentechnikfreies Essen, das vorwiegend aus der Region kommt, umzustellen", erläutert Glawischnig. Viel ist dazu in den letzten Jahren in Österreich bereits geschehen. So liegt der Anteil an Bio-Essen in den städtischen Linzer Kindergärten bei 30%, in Wien bereits bei 50%, in öffentlichen Kindergärten der Stadt Salzburg sogar bei 90%. Pirklhuber: "Mit BIO-Lebensmitteln sind auf der gesunden und sicheren Seite. Die Lebensmittel für unsere Kinder sollen vorwiegend aus der Region kommen. Regionale Lebensmittel stärken die örtliche Wirtschaft und sind im Gegensatz zu Lebensmitteln, die über tausende Kilometer transportiert werden müssen, sehr klimaverträglich."

apa.at

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