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APA-Artikel 4. Oktober 2012

Medizin-Uni Wien: FP fordert zusätzliche Plätze nur für Männer

Die FPÖ fordert Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) auf, nur dann zusätzliche Studienplätze für die Medizin-Uni Wien zu finanzieren, "wenn diese tatsächlich den diskriminierten männlichen Bewerbern zufallen und nicht erneut Frauen, die beim Test schlechter abgeschnitten haben". Nach Protesten männlicher Bewerber, die sich durch die neue Art der Auswertung um ihre Zulassung betrogen fühlten, wurde die Schaffung 60 zusätzlicher Plätze vereinbart. Diese werden allerdings zum Missfallen von FP-Ärztesprecher Andreas Karlsböck ebenfalls nach "gendergerechten" Kriterien vergeben.

Die Uni müsse umgehend sicherstellen, dass jeder männliche österreichische Bewerber mit einem zumindest gleich guten Ergebnis wie die schlechteste aufgenommene Frau einen Studienplatz erhält - und zwar unabhängig davon, wie viele zusätzliche Plätze sich daraus ergeben. Töchterle müsse der Uni-Leitung klarmachen, dass sie Schadenersatzforderungen riskiert, und "die Verantwortlichen für das Chaos" müssten zurücktreten. Lob fand Karlsböck indes für die "klaren Worte" des Ministers zum Auswertungsmodell der Uni: "Die Einschätzung Töchterles, dass es sich damit um Unrecht handelt, teile ich zu hundert Prozent - wie wohl auch jeder andere, dessen Gerechtigkeitsempfinden nicht schon durch Gender-Propaganda völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist."

Rückendeckung bekommt Töchterle auch aus der eigenen Partei: "Die Leistung muss die Bewertungsgrundlage sein, nicht das Geschlecht. Denn falsche Gleichmacherei führt nicht zu Gerechtigkeit, sondern geht auf Kosten der Ausbildung junger Menschen", betonte Generalsekretär Hannes Rauch und attackierte im Gegenzug Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) für ihre Kritik am Wissenschaftsminister. Ihre "verbohrte Haltung" sei ein Affront gegenüber jungen Menschen. Außerdem wies er Heinisch-Hosek darauf hin, dass es heute an den Unis mehr weibliche als männliche Studierende gebe, während im Mittelalter Frauen eine Uni nicht einmal betreten durften. "Wenn Sie diese Zustände heute für junge Männer erreichen wollen, gratuliere ich herzlich."

apa.at

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