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APA-Artikel 4. Oktober 2012

D: Neue Verhandlungsrunde im Streit um Ärztehonorare begonnen

Im Streit um die Ärztehonorare hat am Donnerstagvormittag eine neue Verhandlungsrunde begonnen. Spitzenvertreter des Kassenverbandes und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kamen in Berlin im sogenannten Bewertungsausschuss zusammen, um die Gelder für die niedergelassenen Ärzte für 2013 auszuhandeln. Das von den Kassen vorgelegte Angebot halten die Ärzte bislang für zu gering. Die Berufsverbände hatten bereits verschärfte Proteste und Praxisschließungen angekündigt, sollte die neue Verhandlungsrunde keine Verbesserungen bringen.

In einer ersten Schlichtungsrunde war eine Honorarerhöhung von 270 Millionen Euro beschlossen worden. Die Ärzte lehnten dies ab und verlangten für das nächste Jahr stattdessen insgesamt 3,5 Milliarden Euro mehr für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Am Donnerstag sollte nun über die Menge der Leistungen verhandelt werden - die Summe kommt dann noch auf die Honorare drauf. Zudem können die Ärzte mit den Kassen auch noch auf regionaler Ebene über weitere Zuschläge verhandeln.

Die Kassen hatten zwischenzeitlich ihr Angebot auf 900 Millionen Euro aufgestockt. KBV-Sprecher Roland Stahl sprach am Donnerstag von einer "Mogelpackung". Darin seien Preis und Menge der Leistungen unrechtmäßig miteinander verknüpft worden. Zugleich erwartete die KBV vom Spitzenverband der gesetzlichen Kassen (GKV) "ein höheres Angebot". "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Stahl zu den Erfolgsaussichten der neuen Verhandlungsrunde.

Sollte es im Bewertungsausschuss am Donnerstag zu keiner Einigung kommen, muss sich der sogenannte Erweiterte Bewertungsausschuss am kommenden Dienstag erneut mit dem Honorarstreit befassen. In diesem erweiterten Gremium sitzen dann neben Vertretern der Ärzte und Kassen auch unparteiische Mitglieder. Ausschlaggebend für das Votum ist dann die Stimme des Schlichters Jürgen Wasem. Unabhängig davon haben ärztliche Berufsverbände für den kommenden Mittwoch zu einem flächendeckenden Aktionstag aufgerufen.

apa.at

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