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APA-Artikel 21. September 2012

Volkshilfe zum Welt-Alzheimertag: "Demenz ist nicht heilbar, aber behandelbar."

Anlässlich des Welt-Alzheimertages fordert die Volkshilfe eine stärkere Berücksichtigung von demenzkranken Personen in der Pflege und Betreuung. Im Zuge einer österreichweiten Aktion machte die Volkshilfe heute mit dem Start von rund 1.500 Luftballonen in den Landeshauptstädten auf Menschen aufmerksam, die zunehmend ihr Gedächtnis verlieren, auf die allerdings nicht vergessen werden darf. "Die Zahl der Demenzkranken wird sich bis 2050 nahezu verdreifachen. Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung", sagt Dr. Herbert P. Kornfeld, Geschäftsführer der Volkshilfe Wien, anlässlich des Luftballonstarts in Wien. Mag. (FH) Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, betont: "Demenz ist nicht heilbar, aber behandelbar. Wir fordern gezielte Aufklärungsarbeit, Investitionen in flexiblere Pflege- und Betreuungsmodelle und mehr Entlastungsangebote für pflegende Angehörige."

Frühzeitige Diagnose sichert Lebensqualität

Studien beweisen, dass der Verlauf von Erkrankungen bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung erheblich verzögert werden kann. "Der Beginn der Krankheit wird oft übersehen. Häufig wird Demenz erst im mittleren Stadium erkannt, da die Symptome dann so deutlich sind, dass ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht wird", sagt Fenninger. "Hier ist Aufklärungsarbeit gefragt, um Menschen die Angst vor einem Arztbesuch zu nehmen." Dr. Kornfeld ergänzt: "Dazu gehört natürlich auch die entsprechende Qualifizierung des Pflege- und Betreuungspersonals: Je mehr das Thema Demenz an Bedeutung gewinnt, umso mehr wird sich auch das Berufsbild der HeimhelferInnen erweitern."

Investitionen in flexiblere Pflege- und Betreuungsmodelle gefordert

Die Gestaltungsfreiheit des Einzelnen, wie er/sie betreut werden möchte, muss durch ein vielfältiges Dienstleistungsangebot ermöglicht werden. "Angebote an sozialen Pflege- und Betreuungsdiensten müssen flexibler gestaltet werden. Hier ist der Ausbau von Tageszentren oder Betreuungsgruppen gefordert", betont Fenninger, "sowie der Einsatz von moderner Technologien, damit ein Großteil der hochbetagten Menschen in unserem Land wesentlich selbstbestimmter leben kann."

Pflegende Angehörige gezielt entlasten

Die Auswirkungen einer demenziellen Erkrankung auf die Betroffenen und das soziale Umfeld sind mit großen Belastungen verbunden. Insbesondere pflegende Angehörige stehen unter großem finanziellen und psychischen Druck. "Politik und Wirtschaft müssen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflegetätigkeit und Berufstätigkeit setzen", fordert Fenninger. Außerdem sei die soziale Absicherung zu verbessern. Fenninger: "Die Abdeckung der Kosten für Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit müssen sich am tatsächlichen Pflegebedarf orientieren und nicht an einer oft nicht nachvollziehbaren Einteilung in Pflegegeldstufen."

Neu überarbeiteter Demenz-Ratgeber

Rechtzeitig zum Welt-Alzheimertag präsentierte die Volkshilfe im Rahmen ihrer Initiative "Demenzhilfe Österreich" einen neu überarbeiteten Demenz-Ratgeber. Die 60 Seiten starke Broschüre macht vielfältige Informationen rund um Demenz und Pflege leicht zugänglich. Der Ratgeber kann kostenlos über www.demenz-hilfe.at/ratgeber  oder 01/402 62 09 bestellt werden.

apa.at

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