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APA-Artikel 21. September 2012

Fall Adelsmayr - "So wie wenn ich es meiner Frau erzählen würde"

Seit Medien über den in Dubai des Mordes angeklagten oberösterreichischen Arzt Eugen Adelsmayr berichtet haben, hat der 53-Jährige eine Art Tagebuch geschrieben. "Ich hab täglich 30 Anrufe von Journalisten bekommen. Ich hab nicht mehr gewusst, wem ich was gesagt habe. Da hab ich mir gedacht, schreib dir alles auf." Ein Jahr später liegt sein Buch über die Erlebnisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor. "Von einem, der auszog" (Seifert Verlag) kommt am 27. September in den Handel.

"Ich habe es geschrieben, so wie wenn ich es meiner Frau erzählen würde", sagte Adelsmayr im APA-Interview. "Zunächst habe ich das Schreiben genossen, doch der zweite Teil fiel mir schwer, er wird sehr emotional." Adelsmayr beschreibt berührend den traurigen Abschied seiner Frau zwischen all der Aufregung wegen des Prozesses. Das Buch ist seiner im Jänner verstorbenen Frau gewidmet.

Antonia Adelsmayr litt unter einer schweren Krebserkrankung und musste mitansehen, wie ihrem Mann in Dubai der Prozess gemacht wird. Dem angeklagten Mediziner wurde der Pass abgenommen, erst nach langem Tauziehen durfte er wegen der schweren Erkrankung Antonias nach Hause nach Bad Ischl.

Nach dem Tod seiner Frau haben ihn Freunde ermutigt, über den Fall zu schreiben. Zunächst habe er an einen Ghostwriter gedacht. Als er die ersten 15 Seiten an den Verlag geschickt hatte, wurde er zum Selberschreiben animiert.

Viele Details konnte er in dem Buch nicht erwähnen, um Freunde zu schützen, die ihm geholfen haben. Die Namen jener, die ihm geschadet haben, hat er in dem Buch ausgeschrieben. "Es steht nichts drinnen, was nicht beweisbar und nachvollziehbar ist", erklärte der Mediziner. "In Dubai war ich ohnmächtig, bei meinem Buch können sie nichts tun."

Schnell wurde aus den vielen Schlagwörtern des Tagebuchs ein 247 Seiten dickes Buch. Das Vorwort haben seine Söhne verfasst. "Ich finde das cool, wie meine Buben das geschrieben haben. Das haben sie gut gemacht."

Für ihn sei der Fall "noch nicht vorbei und nicht abgeschlossen", sagte Adelsmayr. "Der Kampf geht weiter." Am 21. Oktober soll das Urteil gesprochen werden. "Ich gehe von einem Schuldspruch aus", so der Mediziner. Für ihn sei der Fall erst abgeschlossen, wenn diejenigen, die ihn beschuldigt haben, am Tod des Patienten schuld zu sein, zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Anzeige gegen diese Männer könne er jedoch erst dann machen, wenn er freigesprochen werde.

Aber eines steht fest: "Der Fall wird mir ein Leben lang nachhängen", sagte Adelsmayr. "Diese Zeit war prägend."

apa.at

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