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APA-Artikel 13. September 2012

75 Prozent der Ärzte votieren in Urabstimmung für Praxisschließungen

Im Honorarstreit mit den Krankenkassen haben sich rund 75 Prozent der niedergelassenen Ärzte für zeitweilige Praxisschließungen ausgesprochen. Das ergab eine bundesweite Urabstimmung, zu der rund 30 ärztliche Berufsverbände aufgerufen hatten, wie der Sprecher der Allianz Deutscher Ärzteverbände, Dirk Heinrich, am Donnerstag in Berlin mitteilte. Knapp die Hälfte der betroffenen Ärzte habe sich an der Abstimmung beteiligt. Darin zeige sich "das hohe Protestpotenzial der Ärzteschaft", betonte Heinrich.

Die Ausweitung der Protestaktionen machen die Ärzteverbände von der nächsten Verhandlungsrunde zwischen dem Spitzenverband der Kassen (GKV) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) abhängig. "Wir sind entschlossen, die Maßnahmen auszuweiten: Kommt es am Samstag zu keiner Einigung, werden die Verbandsspitzen Anfang nächster Woche über Praxisschließungen noch in diesem Monat entscheiden", warnte Heinrich. Dafür gebe es nun offiziell das Mandat.

Der Protest der Ärzteschaft richtet sich gegen den jüngsten Honorarbeschluss. Laut einem Schlichterspruch sollen die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im kommenden Jahr 270 Millionen Euro mehr bekommen. Dazu kommen noch weitere Millionen aus den noch ausstehenden Verhandlungen unter anderem auf regionaler Ebene. Die geplante Honorarerhöhung halten die Ärzte dennoch für zu gering. Sie fordern insgesamt 3,5 Milliarden Euro mehr und begründen dies mit den gestiegenen Praxiskosten unter anderem für Miete, Energie und Personal.

Bereits seit Anfang der Woche hatten die niedergelassenen Ärzte mit verschiedenen Protestaktionen gegen die Kassen ihren Forderungen nach deutlich mehr Geld Nachdruck verliehen.

apa.at

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