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APA-Artikel 12. September 2012

ELGA - Ministerium bewertet Gespräche mit Ärzten als "konstruktiv"

Im Gesundheitsministerium lässt man die Kritik der Ärztekammer nach den Verhandlungen zur geplanten Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) auf Experten-Ebene so nicht stehen. Die Gespräche seien sehr wohl "konstruktiv" gewesen, hieß es am Mittwoch aus dem Büro von Ressortchef Alois Stöger (S) gegenüber der APA. Weitere Verhandlungen mit den Ärzten werde es aber keine mehr geben. Nächster Anprechpartner Stögers sei nun das "Spiegelressort", Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V). Am Zeitplan, ELGA Mitte 2013 zu starten, hält das Ministerium fest.

Einig sei man sich mit den Ärzten hinsichtlich der Forderung nach einer umfassenden "Usability" des Systems, sagte eine Sprecherin Stögers. Der Forderung der Ärztekammer, schon zu Beginn nur Dokumente auf einem hohen Such-Level ins System einzuspeisen (die auch nach Stichworten durchsuchbar sind und weitere umfassende Suchfunktionen aufweisen), erteilt man im Ministerium aber eine Absage: "Wir sind für den schrittweisen Aufbau, ELGA soll kein Fass ohne Boden sein." Man könne nicht immer noch mehr Dinge ins System einbringen.

Kein Verständnis hat man im Gesundheitsressort für die Forderung der Ärzte, die Teilnahme an ELGA auch den Ärzten freizustellen. Internationale Vergleiche hätten gezeigt, dass ein solches System nur Sinn mache, wenn alle Anbieter daran verpflichtend teilnehmen. Die Freiwilligkeit ("opting out") könne es nur für die Patienten geben.

Zur Kritik der Kammer, die Finanzierung sei nicht gesichert, hieß es im Ministerium, den Ärzten werde eine Anschubfinanzierung zugestanden und das wüsste die Kammer auch. Keine Notwendigkeit sieht man im Büro Stögers für die von Ärzten geforderte Probephase. Erstens gebe es ohnehin einen stufenweisen Aufbau des Systems ELGA und zweitens könne man auf die Erfahrungen aus der E-Medikation zurückgreifen.

Nächster Schritt ist aus Sicht des Ministeriums der Beschluss im Ministerrat (nach den Verhandlungen mit Mitterlehner). Danach soll noch heuer der Beschluss im Nationalrat erfolgen und das System dann Mitte 2013 in Betrieb gehen.

apa.at

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