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APA-Artikel 11. September 2012

Grünewald: Gesamtvertrag für Psychotherapie auf Krankenschein dringend notwendig

Dass die KFA, die Krankenfürsorgeanstalt für Bedienstete der Stadt Wien, die Kosten für Psychotherapie bei Burnout übernimmt und mit einem Verein einen Vertrag abgeschlossen hat, löst das Problem der hohen Behandlungskosten nur für einen kleinen Teil der Betroffenen. "Flächendeckende, bedarfs- und qualitätsorientierte Psychotherapie auf Krankenschein durch einen Gesamtvertrag ist ein Gebot der Stunde", meint der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, und weiter: "Nur so kann eine Ungleichbehandlung der PatientInnen in Österreich verhindert werden."

1992 wurde in der 50. ASVG-Novelle die psychotherapeutische Behandlung der ärztlichen Hilfe gleichgestellt und kassenfinanzierte Psychotherapie per Gesetz eingeführt. Dieses Gesetz wird seither aber nicht umgesetzt. Stattdessen wurde die Kontingentierung von kassenfinanzierter Psychotherapie und daneben die Zuschussregelung eingeführt. Der Zugang ist bundesländerweise verschieden und in einigen Bundesländern völlig ungeregelt. Deshalb besteht eine gravierende Benachteiligung und Ungleichbehandlung von psychisch erkrankten Menschen.

Für viele Betroffene ist es nicht möglich, die Therapie zu finanzieren. Der Zuschuss der Kassen wurde seit 1992 nicht erhöht und beträgt 21,80 Euro pro Stunde, eine Stunde kostet jedoch zwischen 80 und 120 Euro.

Psychische Erkrankungen (bzw. die Diagnose derselben) sind in den letzten Jahren stark angestiegen und verursachen hohe volkswirtschaftliche Kosten. 30 Prozent der Frühpensionierungen sind auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, dazu kommen teilweise lange Krankenstände und Klinikaufenthalte. Laut WIFO verursacht die Nicht-Behandlung von psychischen Erkrankungen Kosten von geschätzten 2,8 Milliarden Euro. "Es ist dringend notwendig, einen österreichweiten Bedarfsplan zu Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation und Prophylaxe von psychischen Erkrankungen zu erstellen", fordert Grünewald.

apa.at

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