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APA-Artikel 4. September 2012

NÖ Patienten-Entschädigungsfonds zahlte im Vorjahr 1,3 Mio. Euro aus

"Wenn im Krankenhaus einmal etwas schief geht", dann gibt es das außergerichtliche Lösungsdreieck Patientenanwaltschaft, Schiedsstelle und Entschädigungsfonds. Dieser hat in Niederösterreich im Vorjahr 122 Fälle behandelt und in 105 Fällen insgesamt 1,3 Mio. Euro ausgezahlt, wurde am Montag anlässlich dessen 100. Sitzung in St. Pölten Bilanz gezogen. Dass mit diesen seit 2010 leicht rückläufigen Zahlen der "Plafond" erreicht scheint, führte NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger auch auf das forcierte Qualitäts- und Riskmanagement der Landesklinikenholding zurück.

Bis dato wurden heuer 58 Fälle abgewickelt. Die Kommission befasst sich mit Schadensfällen mit Beweisschwierigkeiten, Komplikationen oder katastrophalem Verlauf, der zu einem großen Schaden für den Patienten geführt hat - nicht mit klassischen Behandlungsfehlern. Finanziert wird der NÖ Fonds durch jeweils 73 Cent vom Selbstbehalt der Patienten, der bei rund zehn Euro pro Tag liegt. Im Durchschnitt werden im Bundesland je 7.000 bis 8.000 Euro ausbezahlt, die Obergrenze liegt bei 70.000 Euro - etwa im Burgenland bei 25.000 Euro, verwies Bachinger auf große Unterschiede in den Bundesländern. Detailliertere Vorgaben wären wünschenswert, kündigte er für die Tagung der Patientenanwälte im Dezember eine entsprechende Resolution an den Bund an.

Kurt Leitzenberger, vormals Präsident des Landesgerichts St. Pölten, stand 20 Jahre lang der Schiedsstelle der NÖ Ärztekammer vor. Er bezeichnete den Entschädigungsfonds als großartige Hilfestellung und sprach sich für dessen Einrichtung auch für den niedergelassenen Bereich aus. Wünschenswert sei auch eine verschuldensunabhängige Hilfe für Eltern, deren Kinder im Zuge der Geburt zu Schaden gekommen sind, verwies Leitzenberger auf das Leid und die dramatischen Auswirkungen.

Betont wurde, dass "Kunstfehler" wie etwa Amputationen des falschen Beins "äußerst selten" seien, aber auch, dass bei aller Qualitätssicherung der Faktor Mensch und damit Fehler nie auszuschließen seien. Das Riskmanagement helfe der Ärzteschaft, aus diesen zu lernen. Was enorm vorangetrieben und verbessert wurde, sei die Patientenaufklärung. (Schluss) fra

apa.at

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