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APA-Artikel 31. August 2012

Khol ad Seniorengesundheit: Rahmengesundheitsziele operationalisieren

Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und amtsführender Präsident des Österreichischen Seniorenrates, der gesetzlichen Interessenvertretung der mehr als zwei Millionen Seniorinnen und Senioren Österreichs, hält anlässlich der heute gemeinsam von Seniorenrat und Gesundheitsminister abgehaltenen Pressekonferenz fest:

 

"Die Kenntnisse, wie man seine Gesundheit erhalten kann (sog. Gesundheitskompetenz oder "health literacy"), sind in Österreich besonders gering ausgeprägt. Untersuchungen zeigen, dass Junge in diesem Punkt weit unter dem EU-Durchschnitt liegen, Ältere weisen hier sogar noch schlechtere Zahlen auf. Eine gezielte Informationsarbeit zur Förderung der Gesundheitsmündigkeit ist daher dringend nötig und muss schon in der Vorschule beginnen. Die Seniorenrats-Präsidenten fordern daher ein verstärktes Gesundheitsbewusstsein sowie effektive und wirksame Gesundheitsvorsorge-Maßnahmen "auf allen Ebenen".

 

"Der in den Rahmengesundheitszielen festgelegte Punkt 3 'Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken' muss daher nun dringend operationalisiert werden. Als Vorbild gelten dabei Schweden und die Niederlande. Diese Länder verfügen über permanente Einrichtungen, die sich systematisch mit Präventions- und Informationsangeboten an alle Bevölkerungsgruppen richten. Dabei stellen Angebote zu gesunder Bewegung und Ernährung besonders wichtige Schwerpunkte dar", betont der amtierende Seniorenrats-Präsident weiter.

 

"Ich habe daher Orientierungskurse zum Pensionsantritt vorgeschlagen, in denen Informationen und Angebote zu gesunder Ernährung und Bewegung einen besonders großen Stellenwert einnehmen: Wer einen Pensionsantrag stellt, soll einen derartigen Kurs kostenlos angeboten bekommen. Durchgeführt würden die Kurse von zuvor zertifizierten Trainern in ganz Österreich. Programmentwicklung und Kosten wären von allen Stakeholdern des Gesundheitssystems unter inhaltlicher Einbindung der Sozialpartner - also auch der Senioren und der Jungen - zu erledigen", betont der Seniorenbund-Obmann, der Konzepte zur Umsetzung dieser Orientierungskurse vorlegen will.

 

"Um die Ziele zu erreichen, werden wir ganz besonders auch die Unterstützung der Hausärzte benötigen, deren Rolle im Zuge der Gesundheitsreformen zu einer zentralen Drehscheibe im Gesundheitssystem, zu echten Gesundheits-Coaches aufgewertet werden muss. Hinzu kommt die Rolle der Medien und des ORF, der in Erfüllung seines öffentlich rechtlichen Auftrages deutliche Informations-Schwerpunkte zu diesem Thema setzen muss", nennt der Seniorenrats-Präsident entscheidende Partner zur Erreichung der Ziele.

 

"Schließlich muss auch die Ernährungs-Industrie mit ins Boot geholt werden. Irreführende Angaben auf Verpackungen, Werbungen die gesunde Ernährung vorgeben, wo keine drin ist, müssen konsequent abgestellt werden. In Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen muss die Reduzierung von Zucker und Salz in vielen Produkten ebenso zum Ziel gemacht werden", so Khol weiter.

 

Abschließend hält Khol fest: "Der Österreichische Seniorenrat drängt weiter auf die rasche Einführung von ELGA und e-Medikation unter besonderer Berücksichtigung des Datenschutzes!"

apa.at

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