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APA-Artikel 28. August 2012

KONSUMENT: 24-Stunden-Betreuung - Hürdenlauf zu guter Pflege

In Österreich bieten mittlerweile unzählige Agenturen und Vereine für 24-Stunden-Betreuung ihre Dienste an. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat erhoben, wie es Kunden ergeht, die nach einer geeigneten Betreuung suchen. Eine Testperson kontaktierte 20 zufällig ausgewählte Anbieter für ein betagtes Familienmitglied mit Pflegestufe III für den ländlichen oberösterreichischen Raum. Fazit: Die Anbieter lassen sich nur ungern in die Karten schauen: Informationen zu Leistungen bzw. Vertragsmodalitäten werden, wenn überhaupt, meist nur zaghaft gegeben. Auf versprochene schriftliche Informationen warten Klienten oft vergeblich bzw. diese würden teils nur bei einer fixen Vertragszusage geliefert. Ein verbindlicher Kostenvoranschlag wurde kein einziges Mal übermittelt. Vor dem Hintergrund dieser unbefriedigenden Situation zeigt das Testmagazin KONSUMENT in der Septemberausgabe (erscheint am 30.8.) und online auf www.konsument.at, welche Punkte bei der Suche nach einer geeigneten 24-Stunden-Betreuung bzw. vor einer Vertragsunterzeichnung zu beachten sind.

Schriftliche Informationen nicht die Regel

Bereits die telefonische Kontaktaufnahme war z.B. aufgrund nicht besetzter Anschlüsse oder nicht erfolgter Rückrufe teils beschwerlich. Bei 16 von 20 Anbietern gelang die Kontaktaufnahme. Nur sieben Anbieter übermittelten aber auf Anfrage schriftliche Informationen zu Kosten, Förderungen, Selbstständigkeit der Betreuer und Anmeldeformalitäten. Der Bitte eines verbindlichen Kostenvoranschlages wurde kein einziges Mal nachgekommen. Fast alle Vermittler erwähnten telefonisch oder schriftlich staatliche Förderungen, allerdings kaum, unter welchen Bedingungen diese zugestanden werden. Kaum erwähnt wurde zudem die Tatsache, dass bei selbständigen Betreuern ein Werkvertrag zu errichten ist.

KONSUMENT-Tipps:

- Checkliste erstellen: Welche Tätigkeiten sind zusätzlich zur Pflege nötig (z.B. Kochen, Einkaufen, Behördengänge). In ländliche Gegenden ist ein Führerschein oft unerlässlich. Die meisten Agenturen gaben an, dass die Betreuungskräfte zwar über einen Führerschein, nicht jedoch über ein eigenes Auto verfügen.

- Pflegebedarf erheben: Pflegebedarf vom Arzt erheben lassen und im Vertrag festhalten.

- Vertrag prüfen lassen: Dies ist beim Verband der österreichischen selbständigen Betreuer und Pfleger (www.vosbp.at) kostenlos möglich.

- Haftungsfragen abklären: Was geschieht, wenn die Leistung der Betreuer nicht zufriedenstellend ist? Erkundigen Sie sich, ob bei einem Wechsel der Betreuungskraft erneut Vermittlungsgebühren anfallen würden.

Weitere Tipps und Details zu Erhebung gibt es auf www.konsument.at sowie ab dem 30.8. im September-KONSUMENT.

apa.at

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