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APA-Artikel 6. August 2012

Zeitung: Ärzte aus umstrittener deutscher Stammzellklinik operieren wieder

Ehemalige Ärzte einer 2011 nach einem Skandal geschlossenen Stammzellklinik in Düsseldorf bieten die Therapie nach Informationen einer Zeitung weiter an. Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet in ihrer Samstagsausgabe, viele Akteure von damals seien trotz laufender Ermittlungsverfahren sowohl im Ausland als auch in Deutschland wieder im Geschäft.

So soll der ehemalige Klinikleiter etwa eine Stammzellklinik im Libanon gegründet haben. Ex-Mitarbeiter des XCell-Centers haben dem Bericht zufolge an mindestens drei deutschen Privatkliniken - zweien in Nordrhein-Westfalen und einer in Sachsen - Stammzellbehandlungen durchgeführt, nachdem das Zentrum dichtgemacht hatte.

Der umstrittenen Einrichtung waren im Frühjahr 2011 Therapien mit Stammzellen untersagt worden, nachdem im Jahr davor der Tod eines schwer behinderten Kleinkinds nach einer Operation bekannt geworden war. Dem zweieinhalb Jahre alten Jungen waren zuvor körpereigene Zellen ins Hirn gespritzt worden. Gegen die behandelnde Ärztin ermitteln die Düsseldorfer Staatsanwälte laut "SZ" noch immer wegen fahrlässiger Tötung. Zudem liefen drei weitere Verfahren gegen Ex-Mitarbeiter der Klinik wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf konnte die Angaben am Samstag zunächst nicht bestätigen.

Ein weiteres Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Stammzelltherapien ist derzeit bei der Staatsanwaltschaft in Bonn anhängig. Dabei geht es ebenfalls um einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Es bestehe der Verdacht, dass an einer Bonner Klinik trotz eines Verbots Stammzellbehandlungen angeboten worden seien, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der dpa. Es habe Durchsuchungen gegeben. Weitere Angaben zu dem laufenden Verfahren, dessen Ende nicht in Sicht sei, wollte die Sprecherin nicht machen.

Auf Stammzellen konzentrieren sich die Hoffnungen der Medizin bei der Therapie verschiedener Erkrankungen. Sie sind noch nicht auf eine besondere Aufgabe festgelegt und können damit prinzipiell zu allen Zelltypen werden. Kritiker geben allerdings zu bedenken, dass solche Therapien noch nicht ausreichend erforscht und riskant seien.

apa.at

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