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APA-Artikel 25. Juli 2012

Beschneidungen - Ärztekammer: Gewissensentscheidung jedes Arztes

Die Ärztekammer hat am Mittwoch darauf verwiesen, dass kein Arzt verpflichtet sei, eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung an Buben vorzunehmen. "Das ist eine Entscheidung, die jede Ärztin, jeder Arzt auf der Basis ihres bzw. seines eigenen Gewissens zu treffen hat", stellte der Vizepräsident der Ärztekammer und Obmann der niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart, in einer Stellungnahme gegenüber der APA fest.

Aus medizinischer Sicht handle es sich um einen "kleinen, in der Regel unkomplizierten Eingriff. Ungeachtet dessen stellt aber auch die Beschneidung - wie grundsätzlich jeder invasive Eingriff - eine Körperverletzung dar." Vor der Operation eines Erwachsenen sei daher dessen Einwilligung einzuholen, bei Kindern jene der Erziehungsberechtigten, erläuterte Steinhart.

Der Vizepräsident verwies darauf, dass die rechtlichen, ethischen und medizinischen Fragen der religiös motivierten Beschneidung männlicher Kleinkinder innerhalb der Österreichischen Ärztekammer zurzeit diskutiert werden. Die Ärztekammer suche dabei auch das Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse.

apa.at

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