zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 24. Juli 2012

ÖGB zu I-Pension: Betriebliche Prävention schützt vor Rehabilitation

Die Grundlage für den heutigen Begutachtungsentwurf zur Reform der Invaliditätspension (I-Pension) haben die Sozialpartner beim Bad-Ischler-Dialog 2011 gesetzt. Um das faktische Pensionsantrittsalter anzuheben, haben die Sozialpartner unter anderem die Neugestaltung der Invaliditätspension empfohlen. ÖGB-Präsident Erich Foglar: "Es liegt ein ganzes Bündel an Maßnahmen auf dem Tisch, sie müssen nur umgesetzt werden." Das Ziel der Sozialpartner war immer Rehabilitation vor I-Pension.

Der ÖGB begrüßt den im Entwurf enthaltenen Qualifikationsschutz, der Betroffenen eine Umschulung auf eine hochwertige Qualifikation entsprechend ihres bisherigen Ausbildungsniveaus ermöglicht. Ebenso positiv sieht der ÖGB das Umschulungsgeld in Höhe des Arbeitslosengeldes plus 25 Prozent sowie die Anhebung der Freibeträge bei der Notstandshilfe für gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitslose. Denn die Aufweichung des sozialen Schutzes oder eine wirtschaftliche Verschlechterung der Betroffenen waren nicht die Ziele der Sozialpartner: "Wir dürfen jene Menschen, die aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen ihren Job nicht mehr ausüben können, nicht ins soziale Nichts fallen lassen", so der ÖGB-Präsident.

"Ein krankheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt kann aber nur durch rechtzeitige Interventionen und präventive Maßnahmen vermieden werden", sagt Foglar. "Ziel der Gewerkschaft war immer: Gesund in die Arbeit, gesund von der Arbeit. Die Menschen brauchen einen Arbeitsplatz, auf dem sie gesund bis zum Regelpensionsalter bleiben können", sagt Foglar. "Wenn die Wirtschaft nicht mehr alternsgerechte Arbeitsplätze anbietet, werden die Menschen auch weiterhin frühzeitig aus ihrem Job ausscheiden müssen. Hohe Arbeitsbelastungen machen Rehabilitationsmaßnahmen überhaupt erst notwendig", sagt der ÖGB-Präsident.

Anzusetzen gilt es vor allem auch bei psychischen Krankheiten, die bereits die Spitze bei den Anträgen auf Invaliditätspension sind. "Die psychische Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird noch immer als individuelles Problem gesehen", stellt Foglar fest und fordert "mehr Prävention am Arbeitsplatz, damit die Menschen auch gesund arbeiten können". Hier ist die Klarstellung wichtig, dass auch bei der Prävention von beispielsweise Burn-out die Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers bzw. Dienstgebers greift. "Untätigkeit bei Prävention lohnt sich für Unternehmen nicht."

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben