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APA-Artikel 24. Juli 2012

Industrie: Rehabilitation statt I-Pension

Der heute ausgesandte Entwurf des BMASK zu Neuregelungen der Invaliditätspension und die darin enthaltenen Zielsetzungen werden von der Industriellenvereinigung grundsätzlich begrüßt. "Das wesentliche Vorhaben, Menschen länger gesund in Beschäftigung zu halten und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren anstatt sie in die I-Pension zu schicken, ist angesichts des demographischen Wandels, der gebotenen Haushaltsdisziplin und einer stabilen Arbeitsmarktintegration der einzelnen Betroffenen längst überfällig", unterstreicht der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer. Im Jahr 2011 erfolgten von insgesamt etwa 123.000 Pensionszuerkennungen nur rund 26.400 (21,4 %) aus der normalen Alterspension. Der Rest der Pensionsantritte geht vor allem auf Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen (22,7 %) und vorzeitige Alterspensionen (30,1%), insbesondere die sogenannte "Hacklerregelung" (Langzeitversichertenregelung), zurück.

"Rund ein Fünftel aller Pensionsantritte sind auf krankheitsbedingte Austritte aus dem Arbeitsmarkt zurückzuführen. Damit verbunden sind enorme volkswirtschaftliche Kosten für das gesamte Sozialsystem. Gesundheitlich beeinträchtigte Menschen sollten in Zukunft verstärkt medizinisch und beruflich rehabilitiert und gegebenenfalls umgeschult werden. Daraus ergeben sich für alle Beteiligten positive Aspekte", so Neumayer. Einerseits bedeutet es für die einzelnen Personen eine Perspektive auf nachhaltige Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt und eine verbesserte Einkommens- und Lebenssituation. Andererseits sei eine enorme Kostenreduktion und Einsparungen für die Sozialsysteme von geschätzten 713 Mio. Euro in den Jahren 2014 bis 2018 möglich. Unternehmen würden dadurch deutlich mehr und gesündere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen können. Das Arbeitskräftepotential könne durch diese Maßnahmen bei einem optimalen Zusammenspiel zwischen Pensionsversicherungsträger, AMS und Rehabilitationseinrichtungen wesentlich gehoben werden. "Die Investition in den längeren Erhalt der Gesundheit bedeutet auch eine Investition in den Wirtschaftsstandort Österreich!", so Neumayer abschließend.

apa.at

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