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APA-Artikel 18. Juli 2012

Kneifel: Verdreifachung des jährlichen Ärztebedarfs in den kommenden 10 Jahren

Die Altersstruktur der Ärzteschaft in Oberösterreich wird sich in den kommenden zehn Jahren deutlich verändern. Derzeit sind 28 Prozent aller FachärztInnen und ÄrztInnen für Allgemeinmedizin über 55 Jahre alt, im Jahr 2020 wird sich dieser Anteil auf über 50 Prozent erhöht haben, wies heute, Mittwoch, der Fraktionsvorsitzende der ÖVP-Bundesräte, Gottfried Kneifel, anlässlich des Hearings "Land ohne Ärzte? Zukunft der ärztlichen Versorgung in den Regionen" auf den gesteigerten Ärztebedarf in Oberösterreich hin. Es sei daher wichtig, sich mit diesem Thema beispielsweise mit diesem Hearing, zu dem der Präsident des Bundesrats, Georg Keuschnigg, in das Parlament geladen hatte, zu beschäftigen, unterstrich Kneifel.

"Die demographische Veränderung bei den oberösterreichischen ÄrztInnen führt zu einer Verdreifachung des jährlich bestandserhaltenden Ärztebedarfs in den kommenden zehn Jahren. Derzeit beträgt dieser Bedarf zirka 60 Personen pro Jahr, bis zum Jahr 2020 steigt dieser Wert auf zirka 180 Personen pro Jahr an. Daneben lasse, so Kneifel, die demografische Entwicklung Oberösterreich eine Erhöhung der Aufenthalte in Krankenanstalten erwarten.

In Summe sind in Oberösterreich 4.119 praktizierende ÄrztInnen tätig. Auf den Spitalsbereich entfallen 1.301 FachärztInnen, auf den niedergelassenen Bereich 1.195 FachärztInnen, auf den Bereich der Allgemeinmedizin 1.090 praktizierende ÄrztInnen in der Niederlassung und 533 Angestellte.

"Die deutliche Veränderung der Altersstruktur hat signifikante Auswirkungen sowohl auf den Personalbedarf im Bereich der angestellten Ärzte, als auch im Bereich der niedergelassenen Ärzte", fuhr der Fraktionsvorsitzende fort. "Um den gesamten Bestand an AllgemeinmedizinerInnen auf dem Niveau des Jahres 2009 zu halten, müsste die Zahl der jährlich neu eintretenden ÄrztInnen für Allgemeinmedizin von zirka 18 Personen im Jahr 2010 auf 62 Personen im Jahr 2020 ansteigen. Bis zum Jahr 2025 beträgt der kumulierte Bedarf an AllgemeinmedizinerInnen 700 Personen. "Noch größer ist die Lücke bei den FachärztInnen", nannte Kneifel folgende Zahlen: Um hier den Bestand auf dem Niveau des Jahres 2009 zu halten, müsste die Zahl der jährlich neu eintretenden FachärztInnen von etwa 45 Personen im Jahr 2010 auf etwa 135 Personen im Jahr 2025 ansteigen. Bis zum Jahr 2025 beträgt der kumulierte Fachärztebedarf 1.500 Personen."

Es sei daher notwendig, sich mit der Zukunft der ärztlichen Versorgung in den Regionen auseinander zu setzen. Deshalb ist das Land Oberösterreich bereits in intensiven Verhandlungen über eine weitere medizinische Fakultät für Oberösterreich. "Ich halte eine solche Einrichtung für Oberösterreich für notwendig", schloss Kneifel.

Rückfragehinweis: Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs, Tel.: 01/40110/4436, http://www.oevpklub.at

apa.at

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