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APA-Artikel 11. Juli 2012

Sozialversicherungsanstalt der Bauern

"Gesundheit und Prävention haben für die SVB schon immer einen ganz hohen Stellenwert. Kindern und Jugendlichen kommt dabei ein hohes Augenmerk zu, stellen sie doch die künftige Generation der bäuerlichen Versicherten dar", erklärt die stellvertretende Obfrau der SVB Vizepräsidentin Theresia Meier. Denn trotz moderner Technik ist das Berufsbild eines Bauern, einer Bäuerin noch immer mit manueller und je nach Betriebssparte erheblicher körperlicher Arbeit verbunden. Diese darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es für einen gesunden Lebensstil Ausgleichsbewegung, Entspannung aber auch richtige Ernährung braucht. Mit Angeboten ist die SVB bemüht, für einen gesunden Lebensstil zu werben und zu unterstützen.

Die Kinder waren im Rahmen der Aktion "Kindersicherheit am Bauernhof" bereits Zielgruppe eines umfassenden Projektes. Nun steht die Generation der Jugendlichen im Fokus einer wissenschaftlichen Analyse.

Um für diesen Bereich möglichst bedarfsbezogen agieren zu können, hat die SVB zwischen Februar und Juli 2011 eine umfassende Erhebung bei Jugendlichen in der Altersgruppe zwischen 11 und 18 Jahren gestartet. Dazu wurden 4.202 Jugendliche befragt.

Die Ergebnisse der Auswertungen liegen nun in Form einer Studie vor und zeigen sehr interessante Ergebnisse.

Grundsätzlich sind Kinder und Jugendliche aus bäuerlichen Familien gesundheitlich in vielerlei Hinsicht in einer besseren Situation als andere. Sie haben ein höheres Ernährungsbewusstsein, ernähren sich auch gesünder, sie bewegen sich mehr und sitzen weniger vor dem Fernseher und vor dem Computer. Zwei von fünf Jugendlichen sind körperlich sehr aktiv und betreiben fast täglich Sport und viele sind auch in Sportvereinen aktiv. Es kann auch ein höheres seelisches Wohlbefinden und eine höhere Lebenszufriedenheit attestiert werden. Dabei hängt das Wohlbefinden direkt mit dem Gesundheitshandeln zusammen, eine gesunde Ernährung, mehr Bewegung und ein geringerer Substanzkonsum gehen unzweifelhaft mit einem höheren Wohlbefinden einher.

Trotz dieser positiven Ergebnisse, gibt es auch Bereiche, in denen die Prävention verbessert werden kann. Dies betrifft Gewicht und Körperwahrnehmung, denn - fast ein wenig paradox - auch wenn sich bäuerliche Kinder und Jugendliche deutlich ernährungsbewusster als andere Gleichaltrige zeigen und im Allgemeinen auch auf eine viel höhere Ernährungsqualität Wert legen, also gesünder und vielseitiger essen, ist rund jeder Zehnte unter den bäuerlichen Kindern in allen Altersgruppen übergewichtig. Das durchschnittliche Übergewicht beträgt bei Burschen ab dem 15. Lebensjahr fünf Kilo, bei Mädchen rund drei Kilo. Positiv vermerkt werden muss allerdings, dass sich viele der Befragten für zu dick halten und selbst an ihrem Gewicht etwas verändern wollen. Ein wichtiger Schlüssel für eine künftige Präventionsarbeit.

Gleiches Phänomen beobachten wir beim Rauchverhalten. Die bäuerlichen Jugendlichen rauchen etwa gleich so viel wie andere Gleichaltrige. Sind aber mit ihrem Rauchverhalten deutlich unzufrieden und wollen ihren Nikotinkonsum eher verändern, reduzieren bzw. ganz aufhören.

Eine nicht wegzuleugnende Problematik bildet der Alkoholkonsum von Jugendlichen aus bäuerlichen Familien. Von den Befragten ist rund jeder Vierte der 15 bis 18-Jährigen völlig oder nahezu alkoholabstinent. Der Alkoholkonsum beginnt bei den bäuerlichen Jugendlichen später als bei anderen Gleichaltrigen, ist dann allerdings ausgeprägt. Zudem unterschätzen viele Burschen das Suchtpotential von Alkohol. Alkohol macht auch aufgrund des hohen Kaloriengehaltes dick (der Nachweis konnte in der Studie auch empirisch gezeigt werden), womit ein Konnex zu Gewicht und Körperwahrnehmung gegeben ist.

Die SVB wird diese Erkenntnisse nicht nur im Bereich der bestehenden Sicherheits- und Gesundheitsprogramme fix implementieren, denn diese Fakten gelten in gleicher Weise auch für Erwachsene. "Die SVB verfügt über speziell auf den Berufsstand ausgerichtete Präventionsprogramme sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene. Wichtig ist, dass sich ebenso die Eltern mit Sicherheits- und Gesundheitsthemen auseinandersetzen, denn dann lernen sie nicht nur für sich selbst, sondern können über die Vorbildfunktion ihren Kindern ein gutes Beispiel für deren Leben sein", zeigt sich die stellvertretende Obfrau überzeugt. Als neue Schwerpunkte werden für Jugendliche Programme speziell im Hinblick auf Ernährung, Gewicht aber auch Substanzkonsum gemeinsam mit Schulen entwickelt, mit dem Ziel einen positiven Langzeiteffekt zu erreichen. Kinder und Jugendliche, die in einer Umgebung mit sicheren Gewohnheiten aufwachsen, behalten diese später auch als Erwachsene bei.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im AOM / Originaltext-Service sowie über den Link "Anhänge zu dieser Meldung" unter http://www.ots.at

Rückfragehinweis:Dr. Georg SchwarzTel.: 01/797 06 - 2201E-Mail:

apa.at

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