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APA-Artikel 6. Juli 2012

Oö. Spitalsreform sparte bisher mehr Geld als erwartet

Die oberösterreichische Spitalsreform hat bisher mehr Geld eingespart als erwartet. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Zustimmung des Landtags zog Finanz- und Gesundheitsreferent LH Josef Pühringer (V) in einer Pressekonferenz am Freitag eine erste Zwischenbilanz: "Die Maßnahmen greifen." Die SPÖ will dennoch "ein wachsames Auge" darauf haben, ob Unannehmlichkeiten für die Patienten auftreten.

Im Rumpfjahr 2011 wurden die Kosten um 92 Mio. Euro und damit um 26 Mio. mehr als vorgesehen gedämpft. 2012 dürfte die Umsetzung der Reform 103 Mio. Euro bringen, das ist um fünf Mio. besser als erwartet, so Pühringer. Der Großteil sei allerdings auf vorgezogene Maßnahmen zurückzuführen, erklärte er. In den vorläufigen Rechnungsabschlüssen der Spitäler unterschreiten die Ausgaben die genehmigte Voranschläge um 12,1 Mio. Euro. Weil durch die bessere Beschäftigungssituation und damit verbunden höhere Beitragszahlungen zudem mehr Geld hereinkam, sank der Betriebsabgang um insgesamt 41,2 Mio. Euro.

Die Patientenbeschwerden seien seit Start der Reform nicht mehr geworden, so Pühringer zum qualitativen Aspekt. Die durchschnittliche Verweildauer im Spital sinke aber bereits seit 2009 kontinuierlich, was er auf den Ausbau der tagesklinischen Angebote zurückführt. "Der wünschenswerte Paradigmenwechsel ist schon etwas erkennbar."

Die Spitalsreform sieht vor, dass die Ausgaben für die Krankenhäuser bis 2016 um etwas mehr als eine Milliarde Euro weniger steigen, bis 2020 wird ein Gesamtkostendämpfungspotenzial von 2,3 Mrd. Euro angenommen. Für den Landesrechnungshof waren zuletzt erste positive Einsparungseffekte bereits erkennbar. Anfang 2012 nahm eine Evaluierungskommission ihre Arbeit auf. Sie wird im September ihren ersten Bericht vorlegen. Er soll neben der Erreichung der ökonomischen Ziele auch die medizinische Qualität und die Zufriedenheit der Patienten unter die Lupe nehmen.

"Medizinische Effizienz ist sinnvoll, soweit dadurch keine negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung wie lange Wartezeiten auf Operationen oder Überbelegungen samt Gangbetten entstehen", reagierte SPÖ-Gesundheitssprecherin Julia Röper-Kelmayr in einer Presseaussendung auf Pühringers Zwischenbilanz. Sollte der Evaluierungsbericht im Herbst Anzeichen darauf liefern, "dann werden wir konkrete Nachbesserungen einfordern", kündigte sie an.

apa.at

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