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APA-Artikel 2. Juli 2012

AOK-Chef will Patienten vor unsinnigen Behandlungen schützen

Der AOK-Bundesverband hat den Gesetzgeber aufgefordert, die Patienten besser vor teuren und medizinisch nicht sinnvollen Behandlungen zu schützen. Die so genannten IGeL-Leistungen, die der Patient komplett aus eigener Tasche zahlt, hätten inzwischen ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro im Jahr, sagte Verbandschef Jürgen Graalmann dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Vor allem Augenärzte, Orthopäden und Frauenärzte würden sehr aktiv für diese Angebote werben, obwohl ein Großteil der Leistungen "medizinisch nicht sinnvoll" sei.

Im geplanten neuen Patientenrechtegesetz ist vorgesehen, dass Ärzte die Patienten bei IGeL-Leistungen künftig vorher schriftlich über die Kosten der Behandlung informieren müssen. Nach Meinung des AOK-Bundesverbands reicht das aber nicht. "In dem Gesetz sollte nicht nur stehen, was die Leistung kosten wird, sondern auch, warum die Kasse nicht zahlt - etwa weil die Behandlung medizinisch nicht notwendig ist oder weil ihr Nutzen wissenschaftlich nicht erwiesen ist", forderte Graalmann.

Zu den IGeL-Angeboten zählen beispielsweise die Messung des Augeninnendrucks zur Glaukom-Vorsorge, Ultraschalluntersuchungen zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt oder die Bachblütentherapie.

apa.at

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