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APA-Artikel 29. Juni 2012

D: Kassenärzte kritisieren Bürokratiekosten durch die Praxisgebühr

Nach dem Scheitern eines Ländervorstoßes für die Abschaffung der Praxisgebühr hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die enormen Kosten durch die Abgabe kritisiert. "In den Praxen der niedergelassenen Ärzte entstehen jedes Jahr allein durch den Einzug der Gebühr 360 Millionen Euro an Bürokratiekosten", sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Köhler der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag. Pro Praxis seien dies mehr als 4100 Euro.

Köhler mahnte, der Zeitaufwand für die Bearbeitung der Praxisgebühr sei zu hoch. Derzeit wende jeder niedergelassene Arzt und sein Praxisteam jährlich rund 120 Stunden auf, um die Praxisgebühr einzubehalten und zu quittieren, klagte Köhler. Diese Zeit fehle für die Versorgung der Patienten.

Auf der Gesundheitsministerkonferenz in Saarbrücken hatten sich am Donnerstag elf von 16 Bundesländern hinter einen Antrag zur Abschaffung der Praxisgebühr gestellt. Das notwendige Quorum von 13 Stimmen für einen offiziellen Beschluss wurde aber nicht erreicht. Kritiker bemängeln, dass die 2004 eingeführte Praxisgebühr ihre Steuerungswirkung verfehlt habe. Durch die Gebühr sollte die Zahl der Ärztekontakte eingegrenzt werden.

Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und andere FDP-Politiker fordern die Streichung der Gebühr von zehn Euro pro Quartal, da sie ihren Zweck nicht erfüllt habe. Die Union will dagegen die Praxisgebühr vorerst beibehalten. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte der "Osnabrücker Zeitung" zum gescheiterten Vorstoß in der Gesundheitsministerkonferenz, es sei "gut, dass es in dieser Frage zumindest noch eine Handvoll vernünftige Länder gibt, die für nachhaltige Kassenfinanzen stehen."

apa.at

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