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APA-Artikel 20. Juni 2012

D: Lauterbach vermutet bis zu hunderttausend Ärztefehler pro Jahr

In Deutschland werden nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach jährlich bis zu hunderttausend Ärztefehler begangen. Er gehe von einer hohen Dunkelziffer in Praxen und Kliniken aus, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochsausgabe). "Die Zahl der Behandlungsfehler in Deutschland dürfte zwischen 50.000 und 100.000 pro Jahr liegen."

 

"Das jetzige System führt dazu, dass viele Behandlungsfehler nicht mitgeteilt werden", kritisierte Lauterbach. Grund sei, dass die Ärzte Angst vor Regressforderungen hätten. Teilweise würden sie von den Versicherungen sogar dazu angehalten, gemachte Fehler nicht mitzuteilen - obwohl die Ärzte es gern tun würden, berichtete der SPD-Politiker. Er forderte ein "unbürokratisches System, um Fehler zu verhindern und geschädigten Patienten einen finanziellen Ausgleich zu ermöglichen".

Unter anderem sollten Patienten aus einem Fonds entschädigt werden, wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers wurden, schlug Lauterbach vor. "Das muss geschehen, bevor die Schuldfrage geklärt ist."

Die Bundesärztekammer hatte am Dienstag eine offizielle Statistik vorgestellt, wonach es im vergangenen Jahr in insgesamt 2287 Fällen in Deutschland zu einer fehlerhaften Behandlung oder einer mangelnden Risikoaufklärung durch den Arzt kam. Insgesamt gingen demnach bei den Gutachtern der Ärztekammern 11.107 Patientenbeschwerden zu vermuteten Behandlungsfehlern ein.

apa.at

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