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APA-Artikel 19. Juni 2012

Neuer Vorarlberger Gesundheitslandesrat stellte Schwerpunkte vor

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner und der neue Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (beide V) haben am Dienstag die Schwerpunkte ihrer Gesundheitspolitik vorgestellt.

 

Zentrale Vorhaben seien der Ausbau der Prävention, die Gehaltsreform für Ärzte und Pfleger sowie die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten. Die erzielte Grundsatzeinigung mit dem Bund über eine Gesundheitsreform beurteilten beide positiv, noch handle es sich aber um ein "zartes Reformpflänzchen, das man kräftig gießen muss".

Wallner erwartete sich über den Sommer Fortschritte bei der Gesundheitsreform. Einige der Ansatzpunkte könnten über die Probleme hinweghelfen, noch sei aber nicht alles gelöst, sagte er. Er sprach sich neuerlich für eine auf Landesebene angesiedelte, stärkere Verzahnung von Spitals- und niedergelassenem Bereich aus. Bernhard erklärte sich zum Befürworter der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA). Er sei sehr für das Erfassungssystem, denn es werde dem Patienten großen Nutzen bringen, noch sei daran aber viel zu arbeiten.

Ziel: Patientenzufriedenheit

Zufriedene Patienten seien das wesentliche Ziel, erklärte Bernhard. Vorarlberg sei führend bei Gesundheitsvorsorge und Prävention, das müsse weiter ausgebaut werden. Dem Patienten müsse das Wissen um die Vorteile von gesunder Ernährung und Bewegung ohne erhobenen Zeigefinger verdeutlicht werden. "Prävention soll Spaß machen", betonte Bernhard. In Anlehnung an den Bund will er auch für Vorarlberg Gesundheitsziele definieren, die bis 2020 umgesetzt werden. Zudem sollten die Vorarlberger zur Entlastung der Ambulanzen über die Versorgungspyramide aufgeklärt werden. Um den Hausarzt wieder als ersten Ansprechpartner zu verankern, wird ab Oktober die Ärztebereitschaftsnummer 141 in Dienst gestellt.

Geht es nach Bernhard, sollte Gesundheitspersonal künftig "am liebsten in Vorarlberg" arbeiten wollen. Die Gehaltsreform sei "mit großem Nachdruck und Eifer" in Vorbereitung und soll ab 2013 stufenweise umgesetzt werden. Es gehe jedoch nicht nur ums Geld, auch die Lebensqualität der Beschäftigten müsse berücksichtigt werden, so Bernhard. Er räumte offene Ärztestellen ein, diese bedeuteten aber noch keine Gefährdung der Patientenversorgung. Um junge Ärzte für das Land zu gewinnen, werde ein zeitlich befristetes Förderstipendienmodell für Medizinstudenten eingeführt. Vom Bund wünschte sich Bernhard etwa eine Mitfinanzierung bei der Einführung von Lehrpraxen für Nachwuchsärzte im niedergelassenen Bereich. Mehr Personal soll es auch in der Pflege geben: Die Aufnahmezahl an den Pflegeschulen wird erhöht.

apa.at/IS

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