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APA-Artikel 14. Juni 2012

Besoldungsreform für NÖ Spitalsärzte beschlossen

Eine Besoldungsreform soll Niederösterreichs Spitalsärzten eine attraktive, leistungsgerechte Entlohnung bei "vernünftiger" Arbeitszeit bringen, verkündete Landeshauptmann Erwin Pröll (V) am Donnerstag die nach langen Verhandlungen erzielte Einigung. Nach der Behandlung im Landtag könnte das neue Spitalsärztegesetz im Oktober umgesetzt werden.

Pröll zufolge trägt das neue Entlohnungssystem der zunehmenden Überlastung durch ausufernde Arbeitszeiten Rechnung und wird stattdessen "ausgeruhte, motivierte und tatkräftige" Ärzte bringen, um eine bestmögliche Versorgung der Patienten zu garantieren. In den Landeskliniken sind 11.000 Menschen in der Pflege und 3.400 Ärzte tätig. Die Einigung werde sich im Landesbudget mit 22 Mio. Euro niederschlagen und sei ein "Signal, dass uns die Gesundheit viel wert ist", so Pröll.

Die neue Besoldung orientiere sich an Funktion, Verantwortung und Belastung. Die Steigerung des Grundgehalts werde im Durchschnitt bis zu maximal 800 Euro betragen. Ein Turnusarzt verdient derzeit etwa 2.700 Euro brutto, ein 35-jähriger Oberarzt 4.000 bis 4.500, so Pröll, der in der ausverhandelten Lösung im Hinblick auf den "Ärztemarkt" und die diesbezügliche Konkurrenzsituation mit Nachbarregionen auch einen Gewinn für das Land sah: Nun könnten qualifizierte Ärzte hier gehalten und auch neue bekommen werden. Längerfristig werde das neue Entlohnungsschema durch nun kürzere Arbeitszeiten sicher einen zusätzlichen Ärztebedarf bringen.

Pröll betonte auch das nun konstruktive Miteinander der Verhandlungspartner: "Das war nicht immer so." Zwischen den Ärzten und dem Land sei eine tragfähige Vertrauensachse entstanden, weitere Gespräche werden sich Strukturreformen widmen.

Damit wird die "Überstundenlastigkeit" des Gehalts fallen, sprachen Spitalsbetriebsräte bei der Pressekonferenz von einem Meilenstein in der Entwicklung. Weiters gibt es im Bundesland eine laut Ronald Gallob, Ärztekammer-Vizepräsident und Kurienobmann der angestellten Ärzte, ziemlich einmalige Arbeitszeitenobergrenze von wahlweise durchschnittlich 48 oder 54 Stunden.

LHStv. Wolfgang Sobotka (V), wirtschaftlich verantwortlich für die in einer Holding zusammengefassten Landeskliniken, verwies zu den angesprochenen weiteren Strukturreformen auf den ersten Schritt im Jahr 2000 durch die abgestufte Versorgung und Einteilung in fünf Gesundheitsregionen. Allein seit 2007 seien durch den Einkauf 122 Mio. Euro an Kostendämpfung erreicht worden, mit einer Steigerung von durchschnittlich 1,7 Prozent liege man deutlich unter dem vorgegebenen Rahmen von 3,6 Prozent.

apa.at

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