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APA-Artikel 8. Juni 2012

ELGA - NÖ-Ärztekammerpräsident Reisner für "Gesundheitsmappe"

Statt der von Gesundheitsminister Alois Stöger (S) geplanten Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) schlägt der Niederösterreichische Ärztekammerpräsident Christoph Reisner die Einführung einer "Gesundheitsmappe" vor, "die durchaus elektronisch sein kann". Für Reisner wäre dies hilfreich im täglichen Praxisalltag und in den Spitälern. "Hinein kommt, was wichtig ist. Heraus kommt, was an Bedeutung verloren hat. Diese Entscheidung erfolgt durch den Hausarzt oder Vertrauensarzt," schlug Reisner am Freitag in einer Aussendung vor.

ELGA in der geplanten Form würde nach Ansicht Reisners "zum Datenfriedhof mutieren, der die ärztliche Arbeit nur behindert statt sie zu verbessern. Wir brauchen ein Team von Spezialisten, die mit Hilfe der bestehenden Hilfsmittel eine schlanke, konzentrierte Gesundheitsmappe erstellen und warten, mit deren Hilfe man alle Anforderungen an moderne Medizin hervorragend bewältigen kann. Das wäre ideal aus Patienten- und auch aus Beitragszahlersicht", so Reisner.

Dem scheidenden Österreichischen Ärztekammerpräsidenten Walter Dorner warf Reisner, der sich selbst um die Nachfolge bemüht, vermutlich aber dem Tiroler Präsidenten Artur Wechselberger den Vortritt lassen muss, eine "Verhinderungspolitik" vor. Damit habe es die Bundes-Ärztekammer geschafft, bei Entscheidungsprozessen wie ELGA nicht mehr ins Boot geholt zu werden. "Wer immer nur die Vorschläge von anderen blockiert, statt selbst einmal Konzepte vorzulegen, der darf sich auch nicht wundern, wenn ihn keiner mehr so richtig ernst nimmt", sagte Reisner, der im Vorjahr einen Abwahlantrag gegen Dorner eingebracht hatte, weil er in der Bundesgesundheitskommission einen Grundsatzbeschluss für ELGA mitgetragen hatte.

apa.at

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