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APA-Artikel 5. Juni 2012

ELGA: Ärztekammer kritisiert Wien und Niederösterreich

Die Ärztekammer hat auf das Drängen von Wien und Niederösterreich nach einer raschen Umsetzung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) mit scharfer Kritik reagiert. Die Forderung der Wiener Gesundheitslandesrätin Sonja Wehsely (S) und des niederösterreichischen Finanzlandesrates Wolfgang Sobotka (V), die geplante Gesundheitsreform mit ELGA zu verknüpfen, ziele offensichtlich darauf ab, "Gesundheitsdaten politisch auszuwerten und daraus finanzielle Rückschlüsse zu ziehen", meinte Ärztekammerpräsident Walter Dorner am Dienstag in einer Aussendung.

"Jetzt zeigt die Politik ihr wahres Gesicht. Es geht ihr ausschließlich um die wirtschaftlichen Aspekte und nicht mehr um den medizinischen Nutzen." Denn auch der neue ELGA-Gesetzesentwurf weise nach wie vor grobe rechtliche, organisatorische und technische Probleme auf. Auch die Finanzierung bleibe offen. "Das System ist überladen und unpraktikabel. Im Mittelpunkt steht offensichtlich die Kontrolle der Patienten und nicht mehr ihr Wohlergehen", kritisierte Dorner.

Einmal mehr forderte er die Übergabe der vollständigen wissenschaftlichen Bewertung des Pilotprojektes zur e-Medikation, die sich auch eingehend mit den "bestehenden Mängeln dieses Systems befasse und seine völlige Neuausrichtung" empfehle.

Der digitale Datenaustausch im Gesundheitssystem müsse übersichtlich und leicht zu handhaben sein. Nur wenn man die Anforderungen der ärztlichen Anwender bei ELGA und e-Medikation berücksichtige, könne man auch das Ziel erhöhter Patientensicherheit erreichen, so der Ärztepräsident.

apa.at

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