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APA-Artikel 1. Juni 2012

Sucht ist in deutschen Pflegeheimen weit verbreitet

Alkohol und Medikamente werden auch Millionen Älteren in Deutschland zum Verhängnis - in Pflegeheimen leiden viele Bewohner unter Suchtproblemen.

Viele Pflegebedürftige in Deutschland sind abhängig von Alkohol und Medikamenten. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Die Regierung zitiert darin eine repräsentative Umfrage, nach der vier von fünf stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen Menschen mit Suchtproblemen in ihren Reihen haben. Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit stehe dabei im Zentrum.

"Nach Einschätzung der Pflegenden sind im Mittel sieben Prozent der Klientinnen und Klienten in den stationären Pflegeeinrichtungen medikamentenabhängig", heißt es weiter der Regierungsantwort.

Der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, Peter Pick, hatte bei der jüngsten Vorlage des Qualitätsberichtes zur Pflege kritisiert, "dass zu viele ruhigstellende Mittel in Pflegeeinrichtungen verordnet werden".

Insgesamt sei zu erwarten, dass allein aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl älterer Menschen mit Alkoholerkrankungen zunehmen werde, so die Bundesregierung.

Die SPD-Suchtexpertin Angelika Graf geht davon aus, dass bis zu zwei Millionen Menschen über 60 Jahre problematisch viel psychoaktive Medikamente nehmen. Vor allem Frauen seien betroffen. 27 Prozent der älteren Männer wiesen hingegen einen gefährlichen Alkoholkonsum auf.

apa.at

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