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APA-Artikel 29. Mai 2012

Deutscher Ärztetag gegen umstrittene Bonuszahlungen für Chefärzte

Mit einem Appell zum Verzicht auf umstrittene Bonuszahlungen für Klinikärzte ist am Freitag in Nürnberg der Deutsche Ärztetag zu Ende gegangen.

 

Bonuszahlungen an Chefärzte dürften beispielsweise nicht davon abhängig gemacht werden, ob ein Arzt im Jahr eine vorgegeben Zahl besonders lukrativer Operationen veranlasst, heißt es in einem mehrheitlich vom Ärzteparlament verabschiedeten Antrag. Eine solche "Stückzahlen-Mentalität" müsse vermieden werden. Im Vordergrund der ärztlichen Behandlung hätten immer die Bedürfnisse der Patienten und die medizinische Notwendigkeit zu stehen, heißt es.

 

Vor diesem Hintergrund zeigte sich der Ärztetag auch besorgt über die Zunahme von Chefarztverträgen mit variablen Einkommensbestandteilen, die an den wirtschaftlichen Erfolg einer Station oder Klinik geknüpft sind. Wirtschaftliche Zielvereinbarungen seien mit der ethischen Verpflichtung der Krankenhausärzte nicht vereinbar. "Derartige Vertragsmuster, wie das der Deutschen Krankenhausgesellschaft, sind daher abzulehnen", betonte das Ärzteparlament.

Flucht in die Menge

Allerdings müsse zugleich die Finanzierung der Krankenhäuser auf eine solide Basis gestellt werden. Fallbezogene Honorarsätze, wie sie derzeit üblich seien, führten zwangsläufig zu einer "Flucht in die Menge", warnten die Ärzte. Mehr als 50 Prozent der Kliniken hätten im vergangenen Jahr Verluste gemacht. Besonders betroffen von dem bestehenden Finanzierungssystem seien Krankenhäuser mit weniger als 250 Betten. Diese Situation zwinge zu einem ruinösen Wettbewerb zulasten der Mitarbeiter.

Verpflichtendes Implantatregister gefordert

Im Zusammenhang mit schadhaften Brustimplantaten hat der 115. Ärztetag ein verpflichtendes Implantat-Register verlangt. Der Fall der Silikonimplantate zeige, wie wichtig die zentrale Erfassung solcher Implantate sei. Nur so sei es möglich, bei Problemen etwa mit Silikon-Kissen Patienten in die Klinik zu rufen. In einer beispiellosen Aktion hatte die Regierung in Paris im Dezember 2011 rund 30 000 französischen Frauen eine vorsorgliche Entfernung ihrer PIP-Brustimplantate empfohlen. Weltweit sollen mehr als 300 000 Frauen minderwertige Silikonkissen des Herstellers PIP tragen.

apa.at

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