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APA-Artikel 25. Mai 2012

Sechs Millionen Euro mehr für neues Rettungswesen Tirol: Kritik von Grünen

Das im vergangenen Jahr unter dem Namen "Rettungsdienst Tirol" umstrittene, neu organisierte und mit 1. Juli 2011 gestartete bodengebundene Rettungswesen soll für das laufende Jahr sechs Millionen Euro mehr kosten als veranschlagt. Ein vom Land Tirol eingesetzter Wirtschaftsprüfer rechnet in einem Bericht mit 37,5 Millionen Euro, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" am Freitag. Budgetiert wurde das Rettungswesen ursprünglich mit rund 30 Millionen Euro.

Der dafür zuständige Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (V) solle sich "nicht verstecken", kritisierte der Grüne Landtagsabgeordnete Gebi Mair in einer Aussendung und forderte die Landesregierung auf, zu sagen, ob sie Rettungs-Ortsstellen schließen wolle und wenn ja, welche. Mair prangerte in diesem Zusammenhang seiner Meinung nach weitere Versäumnisse vonseiten des Landes an. Immer noch fehle eine klare Definition über die verschiedenen Transportarten im Rettungsdienst, im qualifizierten Krankentransport und bei Sozialfahrten, zählte der Oppositionspolitiker auf: "Da ist es kein Wunder, dass es Unklarheiten bei der Abrechnung gibt", sagte Mair. Nun räche sich, wie überhastet Tilg die Rettungs-Ausschreibung gegen den Willen von Rettungsorganisationen, Opposition und Bevölkerung durchgedrückt habe.

Laut Tilg seien die Rot-Kreuz-Bezirksstellen und die Rettungsgesellschaft geprüft worden. Obwohl der Gesundheitslandesrat keine Mehrkostensumme nennen wollte, sagte er gegenüber dem Blatt: "Die Kosten, die die Bezirksstellen dem Rettungsdienst weiterverrechnen, liegen zusammen mit den von der Rettungsdienst-Gesellschaft an das Land verrechneten Aufwendungen über dem Ausschreibungsergebnis." Seiner Meinung nach müsse jetzt geklärt werden, welche Kosten davon tatsächlich der Notfallrettung und dem qualifizierten Krankentransport laut Ausschreibung zuordenbar sind und welche anderen Bereichen wie der Allgemeinen Verwaltung oder Sozialfahrten.

Dem grünen Licht für die neue Bietergemeinschaft "Rettungsdienst Tirol" bestehend aus Rotem Kreuz, Arbeiter-Samariterbund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hospitaldienst und Österreichischem Rettungsdienst war im Vorfeld eine heftige politische Diskussion über den Sinn der Neugestaltung vorausgegangen. Besonders die Oppositionsparteien Grüne und Bürgerforum hatten deren Sinn bezweifelt und die Zerschlagung von gewachsenen Strukturen kritisiert.

apa.at

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