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APA-Artikel 18. Mai 2012

Kritik begleitet deutsche Organspende-Reform auf der Zielgeraden

Eine Woche vor dem geplanten Beschluss zur Reform der Organspende in Deutschland gibt es Kritik an der geplanten Rolle der Krankenkassen. Sie sollen eine Entscheidung für oder gegen Organspenden künftig auf der elektronischen Gesundheitskarte eintragen können.

"Wir sind grundsätzlich gegen Überlegungen, den Krankenkassen ein Schreibrecht zu geben", sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery der Deutschen Presse Agentur in Berlin. Die Entscheidung ihrer Versicherten gehe sie nichts an.

Ähnlich argumentierte die Grünen-Gesundheitsexpertin Elisabeth Scharfenberg. "Ich finde, man sollte das Thema Organspende nicht mit dem heiklen Thema Datenschutz bei der Gesundheitskarte verknüpfen", sagte sie der dpa. Dies belaste die Organspende. Der Gesetzentwurf sehe vor, "dass die Krankenkassen auf Wunsch eines Versicherten Zugriff zur Aufbringung von Hinweisen und Erklärungen zur Organspendebereitschaft erhalten".

Mehr Aufmerksamkeit für die Organspende

Am Freitag (25. Mai) will der deutsche Bundestag ohne Fraktionszwang abschließend über die Reform beraten. Das Transplantationsgesetz soll die privaten und gesetzlichen Krankenkassen verpflichten, allen Versicherten über 16 Jahren Informationsmaterial und einen Spendeausweis zu schicken. Das Ziel dieser Entscheidungslösung ist, dass sich möglichst viele Menschen mit der heiklen Frage auseinandersetzen - und sich entscheiden.

Auf den Wartelisten stehen zurzeit rund 12.000 Patienten. Täglich sterben im Schnitt drei Menschen, die auf der Liste stehen. Geplant ist zudem, dass die Krankenhäuser Transplantationsbeauftragte haben müssen.

Montgomery stellte klar: "Die Entscheidungslösung bringt eine Verbesserung." Die Ärzte begrüßten auch die Veränderungen für die Krankenhäuser: "Wir möchten, dass dieses Gesetz kommt."

apa.at

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