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APA-Artikel 11. Mai 2012

PVÖ-Blecha zum Tag der Pflege: Regress heißt Rückschritt

Der internationale Tag der Pflege soll auch heuer wieder ein Weckruf sein, der uns allen in Erinnerung bringt: Immer mehr Menschen werden immer älter, meist gesund älter. Doch wenn Menschen hochbetagt werden, kommt es natürlich auch zu körperlichen Einschränkungen und damit zu höherem Pflegebedarf. Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ): "Unsere Gesellschaft unterliegt einem gravierenden demographischen und sozialen Wandel. Die Zahl der Pflege- und Betreuungsbedürftigen wird sich in den kommenden Jahrzehnten verdoppeln. Pflege und Betreuung sind deshalb ein Thema, das Jung und Alt betrifft. Jeder wird in irgendeiner Form davon betroffen sein, zum Beispiel als Angehöriger. Es ist kein Randthema der Sozial- und Gesundheitspolitik. Es ist eine zentrale Herausforderung für die gesamte Gesellschaft!"

Blecha ruft am Tag der Pflege die Politik in Bund und Ländern auf, sich in Erinnerung zu rufen, dass für manche Menschen jeder Tag ein Tag der Pflege ist: "Für die vielen engagierten Pflegekräfte und pflegenden Angehörigen sowie für die von ihnen Betreuten. Sie brauchen unsere Solidarität, hochwertige Aus- und Weiterbildung und finanzielle Unterstützung."

Blecha: "Es ist sehr erfreulich, dass die Pflegefinanzierung bis 2016 gesichert ist. Doch auch auf lange Sicht müssen wir für die Absicherung der Betroffenen - heutiger wie künftiger Generationen - Geld in die Hand nehmen!"

Kein Angehörigenregress!

Der Pflegeregress, der in manchen Bundesländern wiederbelebt wurde bzw. werden soll, bedeutet einen sozialpolitischen Rückschritt. Blecha dazu: "Das gesellschaftspolitische Signal kann nicht sein, dass bei Pflegebedürftigen ohne Kinder großteils die Allgemeinheit die Pflegekosten trägt und bei Pflegebedürftigen mit Kindern eben die Kinder zur Kasse gebeten werden.

Der Pensionistenverband ist deshalb aus grundsätzlichen Erwägungen gegen den Kinderregress. Er wurde in mühseliger Kleinarbeit sukzessive abgeschafft, dies wurde als gerechte Maßnahme von allen Seiten begrüßt. Es muss nun bundesweit einheitlich geregelt werden, dass es keinen Angehörigenregress gibt! Die großen Errungenschaften, die wir für alle erkämpft haben, dürfen wir nun nicht wieder leichtfertig aufgeben. Würdevolle und qualitativ hochwertige Betreuung muss für Betroffene wie auch deren Angehörige leistbar sein. Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft in Gesundheit und Pflege", so Blecha.

Abschließend nennt Blecha jene Bereiche, die den dringendsten Handlungsbedarf vorgeben:

  • Pflegefall-Verhinderung: (Berufliche) Gesundheitsförderung, Vorsorge und Prävention, Barrierefreie Infrastruktur, etc.
  • Finanzielle Sicherung: leistbare Pflege durch Indexierung des Pflegegeldes analog der Pensionserhöhung
  • Pflegeberufe: Personalmangel beseitigen durch Ausbildungsoffensive, höhere Bezahlung, Karrieremöglichkeiten, etc.
  • Pflegende Angehörige: Unterstützung durch Info-, Kurs- und Supervisionsangebote, Pflegeurlaub, etc.
  • Ausbau der mobilen, ambulanten, teilstationären/stationären Pflegeeinrichtungen.
  • Einheitliche österreichweite Standards

apa.at

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