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APA-Artikel 11. Mai 2012

Schweiz:Sexuelle Übergriffe in Arztpraxen sollen geahndet werden

Sexuelle Übergriffe durch Ärzte und - sehr viel seltener, aber nicht nie durch Ärztinnen - kommen laut der Ärzteverbindung FMH zu häufig vor und werden zu wenig energisch geahndet. Innerhalb der Ärzteschaft sind sie ein Tabuthema. Nun kündigt die FMH Massnahmen an.

Statistiken zum Thema gibt es kaum, aber alle bisher erstellten beziffern den Anteil von Ärzten, denen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird, mit etwas über zehn Prozent. 15 Prozent sollen es es bei den Psychiatern, Gynäkologen und Allgemeinpraktikern sein. Betroffen seien aber alle Fachgebiete, sagte Christine Romann, Mitglied des Zentralvorstands der FMH, zur Nachrichtenagentur sda.

«So weit Zahlen dazu vorhanden sind, zeigen sie eines deutlich: Es ist kein marginales Problem», schreibt Romann im Editorial der jüngsten Ausgabe der «Schweizerischen Ärztezeitung».

Besonders stossend sei, dass etwa 80 Prozent der Täter Wiederholungstäter seien, denen offensichtlich weder die Standesorganisationen noch die Aufsichtsbehörden Einhalt gebieten könnten.

Der Zentralvorstand der FMH setzte im August 2010 eine Arbeitsgruppe ein. Diese hat Vorschläge für einen besseren Schutz der Patientinnen - und letztlich auch der Ärzte - erarbeitet. Die Vorschläge wurden von der Delegiertenversammlung der FMH mit grossem Mehr angenommen.

Zum einen geht es darum, das Thema in der Weiter- und Fortbildung zu behandeln, zum andern auch darum, die Standesordnung mit der Absicht abzuändern, den Patientinnen mehr Rechte zuzugestehen. Schliesslich wird auch eine bessere Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde angestrebt.

«Wir wollen eine starke Aufsichtsbehörde, die ihre Aufgaben kennt und in der ganzen Schweiz einheitlich wahrnimmt», schreibt Romann. Die kommende Ärztekammer werde nun Gelegenheit haben, die Weichen zu stellen für einen besseren Umgang mit dem Thema «Sexuelle Grenzverletzungen in ärztlichen Behandlungen».

apa.at

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