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APA-Artikel 10. Mai 2012

Vorarlberg will weiter Hausarzt als erste Anlaufstelle stärken

In Vorarlberg werden weitere Anstrengungen unternommen, den Hausarzt im Krankheitsfall als erste Anlaufstelle für die Bürger zu stärken. Im Rahmen der "Gesundheitsinitiative Dermatologie" soll den Leuten die abgestufte Gesundheitsversorgung - Hausarzt-Facharzt-Krankenhaus - wieder bewusst gemacht werden, erklärte der zuständige Landesrat Rainer Gögele (V) am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Ziel sei es, dass die Bevölkerung die jeweils angemessene medizinische Einrichtung in Anspruch nehme, so Gögele.

Vorarlbergs Gesundheitssystem ist massiv mit dem Problem konfrontiert, dass Patienten ohne vorherigen Besuch beim niedergelassenen Arzt einen Facharzt oder eine Spitalambulanz aufsuchen. "Die Folge ist, dass wir sowohl in den fachärztlichen Praxen als auch in den Ambulanzen lange Wartezeiten haben", sagte Harald Schlocker, Sprecher der niedergelassenen Ärzte in der Vorarlberger Ärztekammer. Einer entsprechenden Studie zufolge sind es in Vorarlberg pro Jahr 125.000 Fälle von Patienten, die ohne Termin, Überweisung oder Notfall in die kostenintensive Ambulanz kommen. 65 Prozent davon hätten auch im niedergelassenen Bereich behandelt werden können.

Kampagne: Unkomplizierte Erkrankungen gehören zum Hausarzt

Im Rahmen einer Kampagne soll den Leuten nun ins Bewusstsein gerufen werden, dass auch bei Hauterkrankungen der Hausarzt die erste Anlaufstelle darstellt. Unkomplizierte Erkrankungen könnten dort sofort behandelt werden, bei komplexeren Erkrankungen erfolge eine Überweisung. Der Andrang in den Spitälern sei nicht als Vertrauensproblem in die Hausärzte zu sehen, betonten Schlocker und Till Hornung von der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft. Es sei mittlerweile aber leider so, dass viele jüngere Personen gar keinen Hausarzt mehr hätten, stellte Hornung fest.

Gögele hatte bereits Ende des vergangenen Jahres Pilotprojekte zur Entlastung der Ambulanzen vorgestellt. Zum einen geht es um die Vorlagerung neuer Einheiten an den Krankenhäusern Bregenz und Dornbirn, in denen entschieden wird, ob ein Patient an einen niedergelassenen Arzt verwiesen oder im Spital behandelt wird. Zum anderen wurde eine Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst eingeführt.

apa.at

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