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APA-Artikel 3. Mai 2012

Bahr weist Befürchtungen über Einschnitte bei Senioren-OPs zurück

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat Befürchtungen zurückgewiesen, ältere Menschen könnten künftig nicht mehr alle Operationen bezahlt bekommen. "Das ist vollkommener Unsinn", erklärte Bahr am Donnerstag in Berlin. In Deutschland könne sich jeder darauf verlassen, die notwendige Behandlung und Operation zu erhalten. Zuvor hatte die"Bild"-Zeitung in ihrer Donnerstagsausgabe die Frage aufgeworfen: "Wird Senioren bald nicht mehr jede OP bezahlt?". Hintergrund war die zuvor geäußerte Kritik des Gesundheitsministers an der steigenden Zahl von Hüftoperationen.

"Die Koalition hat ja gerade beschlossen, den Krankenhäusern mehr Geld zu geben, damit sie eine gute Versorgung für jedermann weiterhin gewährleisten", erklärte Bahr nun am Donnerstag. Der Minister verwies in der "Bild"-Zeitung zugleich darauf, dass die Krankenhäuser steigende Kosten durch eine Zunahme an Fallzahlen in einzelnen Kliniken beklagten. Deshalb solle der gesetzlich festgeschriebene Preisabschlag bei außerplanmäßigen Belastungen verlängert werden. Mit diesen so genannten Mehrleistungsabschlägen werden den Krankenhäusern Einbußen abverlangt, wenn die Zahl der Operationen stark ansteigt.

In einem AFP vorliegenden Eckpunktepapier der Koalition zur Krankenhausfinanzierung heißt es, mit übergangsweisen zweijährigen Mehrleistungsabschlägen solle dem Sachverhalt Rechnung getragen werden, dass Krankenhäuser mit mehr Operationen gegenüber anderen Kliniken "zusätzliche Deckungsbeiträge erwirtschaften".

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte die Koalition vor einer einer Art "Altersrationierung" bei Hüftoperationen. Das sei "Sparen am falschen Ende", sagte er dem Nachrichtensender N24. Die Mobilität von älteren Menschen sei "von größter Bedeutung". Es würden zwar sehr viel mehr Knie- und Hüftgelenke implantiert als in der Vergangenheit. "Damit werden aber auch oft Pflegefälle vermieden." Er räumte zugleich ein: "Es gibt auch Operationen, die nicht richtig sind, wo der Eingriff falsch ist, wo er nicht gemacht werden sollte."

apa.at

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