zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 26. April 2012

WKÖ-Gleitsmann: IHS-Studie belegt: Bessere Behandlungsqualität bei gleichzeitiger Kostendämpfung ist möglich

"Die heute von der Vinzenz Gruppe vorgelegte IHS-Studie ist eine wichtige Unterstützung für den derzeitigen Prozess in Richtung Gesundheitsreform und untermauert eine Forderung der Wirtschaft: Demnach ist es durchaus möglich, enorme Einsparungspotentiale durch mehr Zusammenarbeit bei steigender Behandlungsqualität in den Spitälern zu lukrieren. Wichtige Ansatzpunkte sind eine verstärkte Zusammenarbeit von Spitälern, der Pflege und den niedergelassenen Ärzten", so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Dass es dringend notwendig ist, diese Einsparungspotenziale zu heben, zeigen aktuelle Zahlen: Die laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben in Österreich sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit durchschnittlich 5,5 Prozent jährlich deutlich stärker als das BIP gewachsen.

Gleitsmann: "Wir brauchen im Gesundheitssystem mehr Kooperation und vernetztes Denken anstelle der derzeitigen Insellösungen. Die aktuellen Finanzierungs- und Bezahlsysteme sowie überbordende Bürokratie regen nicht zur verstärkten Zusammenarbeit an." Uneinheitliche Finanzierungsformen erschwerten länder- und trägerübergreifende Kooperationen. Für die gleiche medizinische Leistung gebe es je nach Bundesland um etwa 30 bis 50 Prozent weniger für die privaten Betreiber an Mitteln der Sozialversicherung für deren Versicherte als für Landesfonds-finanzierte öffentliche Krankenanstalten. "Gleiches Entgelt für gleiche Leistung bleibt damit eine wichtige Forderung der WKO", unterstreicht Gleitsmann.

Während in Deutschland und in den Niederlanden Anreize für mehr integrierte Versorgung geschaffen werden, fehlen entsprechende neue Versorgungsmodelle nach wie vor in Österreich. Wie die aktuelle Studie zeigt, könnte man allein durch gestärkte Kooperation im stationären Bereich 795 Mio. Euro einsparen.

"Unter den aktuellen Voraussetzungen ist auch der Wettbewerb im Gesundheitssystem deutlich behindert. Dabei geht es nicht vorrangig um einen Kostenwettbewerb, sondern um einen Wettbewerb um die beste Qualität. Unser Anliegen ist es, dass der Staat den privaten Anbietern Raum und Regelwerk bietet, ihr Know how zu entfalten. Dabei sollen die Anbieter zum Zug kommen, die den Patienten eine qualitätsgesicherte Leistung zum bestmöglichen Preis bereit stellen. Der Staat sollte sich auf die Rolle des Regulators beschränken und weitestgehend nicht als Anbieter von Leistungen auftreten."

ots/wkö

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben