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APA-Artikel 25. April 2012

Gleitsmann zu Krankenständen: Neue Maßnahmen gegen Missbrauch andenken

"Die heimische Wirtschaft ist mit stetig steigenden Kosten aus Krankenständen konfrontiert. Jährlich fallen so rund sieben Milliarden Euro an. Gerade bei kleinen Betrieben können Krankenstände über einen längeren Zeitraum zu großen Problemen führen. Wir wissen, dass die überwältigende Mehrheit der Arbeitnehmer korrekt und ehrlich. Umso mehr brauchen wir Maßnahmen gegen jene, die das ausgebaute System von Entgeltfortzahlung und Krankengeld missbrauchen", betonte heute, Mittwoch, der Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Martin Gleitsmann. In diesem Zusammenhang sei daher die Verurteilung der Gewerkschaft zurückzuweisen, da die Wirtschaft in keinster Weise von pauschalen Unterstellungen gesprochen habe.

"Die aus einzelnen Bundesländern vorliegenden Zahlen zum Krankenstandsmissbrauch stammen von den Gebietskrankenkassen und zeigen einen eindeutigen Trend auf, den auch die Arbeiterkammer nicht wegargumentieren kann. 72.000 Fälle allein in Wien sprechen eine klare Sprache", so Gleitsmann.

Der Vorschlag der Wiener ÖAAB-Chefin Gaby Tamandl nach verstärkten Kontrollen von "schwarzen Schafen" sei als Schritt in die richtige Richtung zu werten, so Gleitsmann.

Im Sinne einer Fairness gegenüber den ehrlichen Arbeitnehmern müsse man aber auch neue Wege finden, die andere Länder schon lange beschreiten: "Zu denken ist an Prävention, betriebliches Wiedereingliederungsmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung. Mit der Gesundheitsinitiative Profitness "gesunde Mitarbeiter, gesundes Unternehmen" hat die Wirtschaftskammer hier eine erfolgreiche Initiative gestartet. Auch die Themen Kostenbeteiligung und Teilkrankenstand dürfen kein Tabu sein", betont Gleitsmann.

Dass die Krankenstandstage infolge psychischer Erkrankungen zunehmen, bestätigt auch Gleitsmann. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen vom Arbeitsplatz, über das familiäre und gesellschaftliche Umfeld bis hin zu Freizeitstress und Medienkonsum. "Teilweise eröffnen sogenannte psychische Erkrankungen aber auch eine Hintertür in die Frühpension", schließt Gleitsmann.

apa.at

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