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APA-Artikel 25. April 2012

ÖGB: Gesundheit fördern, nicht Kranke bestrafen

"Es ist unerträglich, wie VertreterInnen der Wirtschaft, leider aber auch des Arbeitnehmerbundes, in den vergangenen Tagen kranke Menschen pauschal als Schwindler verunglimpfen", kritisiert ÖGB-Präsident Erich Foglar und nennt als beschämenden Höhepunkt eine Bericht in der heutigen Ausgabe eines Kleinformates. "Die Krankenstände gehen insgesamt zurück, und wir wissen, dass viele Menschen aus Angst um den Arbeitsplatz auch krank in die Arbeit gehen."

"Ideen wie den ersten Krankenstandstag nicht zu bezahlen oder Beschäftigte, die vor und nach einem Wochenende krank sind, nachzuspionieren, sind weder neu, noch sind sie sinnvoll, und schon gar nicht sind sie gerechtfertigt", kritisiert Foglar weiter. Derartige Aussagen würden nicht dazu beitragen, den Arbeitsdruck, der ohnehin schon enorm sei, zu verringern, im Gegenteil. Foglar: "Arbeitsdruck und Arbeitstempo nehmen ständig zu, darunter leidet natürlich die Gesundheit, physisch wie auch psychisch. Immer mehr zu verlangen und obskure Ideen wie Teilkrankenstände zu verbreiten, wird einzig und allein bewirken, dass die Menschen nicht bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeiten können, so verursacht man wissentlich Burnout und Frühpensionen."

Die Unternehmen und ihre Vertretung sollten sich, so Foglar, lieber Gedanken über betriebliche Gesundheitsförderung machen, hier gebe es schon sehr viele gute Beispiele, die man nur umsetzen müsse. "Jeder in diesen Bereich investierte Euro kommt vielfach zurück. Gesunde Arbeitsbedingungen, ein gutes Betriebsklima, gut geplante Arbeitsabläufe, all das kann dazu beitragen, Krankenstände zu verringern." Die Idee des Wirtschaftsbundes, den ersten Krankenstandstag nicht zu bezahlen, sei laut Foglar keine taugliche Lösung, "wir lehnen das ab."

Zu heutigen Medienberichten hält Foglar fest, dass derartige pauschale Verunglimpfungen mit Journalismus nichts mehr zu tun hätten, er kritisiert außerdem die ebenso pauschale Unterstellung, die Ärztinnen und Ärzte würden mit den \x{2588}Schwindlern\x{2588} unter einer Decke stecken. "Wir sehen es sehr wohl als Aufgabe des Journalismus, Missstände aufzuzeigen. Hetzkampagnen gegen Kranke tragen dazu allerdings nichts bei."

apa.at

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