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APA-Artikel 26. März 2012

Wiener Ärztekammerwahl: "Eingeschlagenen Weg weitergehen"

Schwarz-rote Zugewinne bei der Ärztekammerwahl in Wien: Die VP-nahe Liste "Vereinigung österreichischer Ärztinnen und Ärzte - Liste Steinhart - Dorner" konnte sich am Samstag als stärkste Fraktion behaupten und leicht zulegen - von 21 auf 23 Mandate. Die sozialdemokratischen Ärzte ("Liste Dr. Thomas Szekeres") konnten sich sogar fast verdoppeln. Sie kletterten von 9 auf 16 Mandate.

Auf die Vereinigung entfielen laut einer Aussendung der Ärztekammer insgesamt 1.286 Stimmen, 148 mehr als bei der Wahl im Jahr 2007. Die rote Konkurrenz kam mit 821 Stimmen (2007: 497) auf den zweiten Platz. Von den insgesamt 16 angetretenen Fraktionen konnten nur drei dazugewinnen. Neben Schwarz-Rot war dies die Initiative "Kammerlight".

Die Wahlbeteiligung lag mit 48,6 Prozent geringfügig höher als bei der vorigen Wahl (47,8 Prozent). Insgesamt waren 11.395 (2007: 10.525) Mediziner wahlberechtigt.

Ärztekammerpräsident Walter Dorner zeigte sich über das Resultat erfreut. Er sprach sich dafür aus, den "eingeschlagenen Weg einer serviceorientierten und schlagkräftigen ärztlichen Standesvertretung" konsequent weiterzugehen. Man werde nun alles daran setzen, in den kommenden Wochen Gespräche mit den anderen Fraktionen aufzunehmen, um eine breite Koalition bei der kommenden Vollversammlung am 7. Mai 2012 sicherzustellen. Dorner selbst wird bei der Präsidentenwahl nicht mehr kandidieren.

Sein Wunschkandidat für dieses Amt ist Johannes Steinhart. Dieser, so betonte Dorner, habe die Fraktion vor allem bei der Kurie der niedergelassenen Ärzte deutlich gestärkt. Die Vereinigung habe dort 727 Stimmen erhalten, die Sozialdemokraten lediglich 191.

Steinhart selbst bekräftigte, sich "jetzt erst recht" für jene Themen einsetzen zu wollen, die für Ärzte und Patienten gleichermaßen wichtig seien - wobei er hier unter anderem die "entschiedene Ablehnung" der elektronischen Gesundheitsakte ELGA bzw. die in diesem Zusammenhang geplante gesetzliche Regelung nannte.

AKH-Betriebsrat Thomas Szekeres, der Spitzenkandidat der sozialdemokratischen Ärzte, bezeichnete seine Liste als den "großen Sieger" der Ärztekammerwahl: "Für uns heißt das, wir können beginnen, unsere Reformen umzusetzen. Die Zeit der Allmacht der Vereinigung ist endgültig vorbei. Wir gehen massiv gestärkt in Verhandlungen, denn es besteht die Chance zu einem echten Paradigmenwechsel." Szekeres hat bereits zuletzt wiederholt betont, dass es keineswegs fix ist, dass die SP-Ärzte Steinhart zum Präsidenten wählen werden.

apa.at

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