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APA-Artikel 14. März 2012

Wiener Ärztekammerwahl: SP-Liste fordert Einsparungen bei Kammer

Der Wahlkampf für die Ärztekammerwahl ist auch in Wien voll angelaufen. Am Dienstagabend haben die Sozialdemokratischen Ärztinnen und Ärzte ihre Forderungen präsentiert. Sie sprechen sich unter anderem dafür aus, dass Ärzte weniger zahlen müssen - nämlich an die eigene Standesvertretung. Die Kammerumlage und der Beitrag zum Wohlfahrtsfonds sollen gesenkt werden, wie Spitzenkandidat Thomas Szekeres im Gespräch mit Journalisten betonte.

Szekeres, seines Zeichens Vizepräsident in der Ärztekammer und Betriebsrat im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, ist zuletzt durch die von ihm mitinitiierten Proteste gegen Einsparungsmaßnahmen im AKH bekanntgeworden. Ums Geld geht es auch in den roten Reformvorschlägen: Dass die Ärzte 17 Prozent ihres Gehaltes an die Kammer bzw. den Fonds zahlen müssten, sei zu viel, so Szekeres. Der Anteil, so lautet der Vorschlag, solle auf zehn Prozent reduziert werden.

Eine Abschaffung des Fonds, aus dem unter anderem Pensionen finanziert werden, werde jedoch nicht verlangt, betonte Szekeres. Gefordert wird von den sozialdemokratischen Ärztevertretern aber neben der generellen Reduktion, dass die Beiträge für Mediziner in Ausbildung noch niedriger liegen sollten.

Außerdem im Programm: Der Wunsch nach mehr Geld von der Sozialversicherung, also etwa mehr Kassenverträge für Wien. Hausärzte sollten besser honoriert werden - und etwa auch die höheren Kosten abgegolten bekommen, wenn sie am Wochenende arbeiten. Dies würde die in Wien meist vollen Spitalsambulanzen entlasten, sind die Vetreter der roten Liste überzeugt. Wobei es auch möglich wäre, so ihr Vorschlag, den Kassen die Zuständigkeit für die Ambulanzen in den Krankenhäusern zu überlassen.

Szekeres bekräftigte auch in seiner Funktion als Wahlkämpfer, dass Einsparungen im Gesundheitsbereich abzulehnen seien. Der Zugang zur Spitzenmedizin müsse gewährleistet bleiben, betonte er. Ebenfalls abgelehnt wird die elektronische Gesundheitsakte ELGA. Das Geld, das dabei in die EDV gesteckt werde, könne besser investiert werden, etwa in die Gesundheitsprävention bei Jugendlichen.

Ziel bei der Wahl am 24. März ist es laut Szekeres, die VP-nahe "Vereinigung Österreichischer Ärzte" vom ersten Platz zu verdrängen und den Präsidenten zu stellen. Falls die Vereinigung doch wieder stärkste Liste wird, ist noch fraglich, ob deren Spitzenkandidat Johannes Steinhart von der roten Liste zum Präsidenten gewählt wird. Das sei noch keineswegs sicher, bekräftigte Szekeres. Walter Dorner, der derzeitige Präsident der Wiener Ärztekammer, der auch der Bundeskammer vorsteht, tritt nicht mehr an.

apa.at

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