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APA-Artikel 12. März 2012

Nach Humanitas weiterer steirischer Pflegeheim-Betreiber insolvent

In der Steiermark ist nach der Humanitas-Pleite nun mit der "Gemeinsam statt einsam" GmbH mit Sitz in Pirka bei Graz ein weiterer Pflegeheim-Betreiber insolvent, wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV am Montag meldeten. Die Firma hat beim Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Überschuldung beläuft sich auf 6,7 Mio. Euro, betroffen sind 272 Dienstnehmer und rund 205 Gläubiger. Eine Fortführung der Häuser mit rund 370 Betten ist beabsichtigt, nur ein Heim soll geschlossen werden. Der Insolvenzverwalter muss noch bestellt werden.

Die Aktiva belaufen sich laut Unternehmen auf rund 2,67 Mio. Euro, die Passiva auf rund 9,38 Mio. Euro. Den Gläubigern soll eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes bezahlt werden. Als Ursache wurde von der Gesellschaft eine "zu rasche Expansion mit dem damit verbundenen Kauf bzw. Bau neuer Heime" genannt. Dazu kamen nicht geplante hohe Ausgaben und eine zu geringe Eigenkapitalbasis. Laut AKV soll es auch "Probleme auf Gesellschafterebene" gegeben haben, was zu Liquiditätsproblemen geführt habe, hieß es auf APA-Anfrage: So sei ein Förderdarlehen bereits vom Kärntner Landtag beschlossen worden, ein Gesellschafter sei dann aber offenbar der Ansicht gewesen, dass dies nicht benötigt werde. Da aber schon eine Zwischenfinanzierung über die Hausbank erfolgt war, hatte man zwar Zinsen zu bedienen, konnte aber kein Kapital abrufen.

Geschäftsführer des Unternehmens ist seit Jahresbeginn Michael Gutjahr, zuvor war es der nunmehrige Ein-Prozent-Gesellschafter Andreas Grauf. Mit 99 Prozent hält Bernhard Antoniol nun die Mehrheit. In der Steiermark betreibt die Gesellschaft die "Gesundheits- und Pflegeheime" in St. Anna am Aigen, St. Georgen ob Judenburg, Frauental an der Laßnitz, Knittelfeld, Heimschuh, St. Oswald bei Plankenwarth und das Lourdes Marienheim in Unterlamm. In Kärnten ist es das Heim in Grafendorf, in Niederösterreich Maria Lanzendorf und im Burgenland Mönchhof. Letzteres dürfte auch das einzige Heim sein, das geschlossen werden soll, der Pachtvertrag wurde per Juni 2012 gekündigt. Gekauft bzw. errichtet wurden die Heime von der nun in OÖ angesiedelten Ontario Bauträger und Beteiligungs GmbH, betrieben von der "Gemeinsam statt Einsam".

Im Rahmen der Sanierung soll das Unternehmen weiter restrukturiert werden, mit Optimierung der Bereiche Energie, Kommunikation und Fuhrpark. Der derzeitige monatliche Liquiditätsbedarf sei gedeckt. Die Bereiche Küchen und Reinigung sollen ausgelagert, eine Zentralisierung des Wareneinkaufes vorgenommen werden.

Bereits Mitte Jänner war über den Grazer Pflegeheimbetreiber Humanitas Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH das Konkursverfahren mit Verbindlichkeiten in der Höhe von 14,8 Mio. Euro eröffnet. Hier hatten die Eigentümern die Ursache im Sparkurs der öffentlichen Hand gesehen. Bei der Humanitas könnte die Wiener "adcura mobile Pflege und Betreuung GmbH" einsteigen.

apa.at

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