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APA-Artikel 7. März 2012

Umsatz-Plus in den Apotheken

Im vergangenen Jahr gab es bei den Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel bei den über die knapp 1.300 öffentlichen Apotheken auf Kassenrezept abgegebenen Präparaten einen moderaten wertmäßigen Zuwachs von 2,25 Prozent. Das war unter der Inflationsrate von 3,3 Prozent. Doch die Situation hat sich im Jänner und Februar 2012 gedreht.

"Im Jänner gab es einen Zuwachs bei den Kassenumsätzen in den Apotheken um 6,42 Prozent (6,01 Prozent im Vergleich der bereits im Jänner 2011 bestehenden Apotheken). Im Februar waren es 6,68 im Durchschnitt (bei vergleichbarer Apothekenanzahl, Anm.), sagte am Dienstag Leopold Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer bei der Wissenschaftlichen Fortbildungswoche der Standesvertretung in Saalfelden (bis 9. März). Spitzenreiter unter den Bundesländern war im vergangenen Jahr Salzburg.

"Wir haben einen stärkeren Zuwachs, was Packungen und Wert betrifft. Für uns ist nicht ganz nachvollziehbar warum. Auffällig ist die Dynamik bei den höherpreisigen Arzneimitteln", sagte Schmudermaier. Die auf Kassenrezept in den öffentlichen Apotheken abgegeben Medikamente machen rund 85 Prozent des Gesamtmarktes der Ausgaben der Krankenversicherung für Arzneimittel auf. Der Rest entfällt auf die ärztlichen Hausapotheken.

Laut den Zahlen der Apothekerkammer wurden im Jahr 2011 auf Kassenrezept Medikamente für 2,252 Mrd. Euro abgegeben. 2010 waren es 2,196 Mrd. Euro gewesen (plus 2,25 Prozent). Im Jahr 2010 war im Vergleich zu 2009 bloß ein Wachstum von 0,9 Prozent bei den Ausgaben für Arzneimittel registriert worden (2009: plus 1,9 Prozent; 2008: plus 7,9 Prozent).

Schmudermaier: "Rund 60 Prozent der Ausgaben der Krankenkassen entfallen auf ärztliche Hilfe (30,4 Prozent, Anm.) und Anstaltspflege (28,6 Prozent, Anm.). Der Anteil der Arzneimittel an den Kassenausgaben betrug 20,1 Prozent. 2,9 Prozent machte der Verwaltungsaufwand aus - genausoviel wie das Entgelt für die Leistung der Apotheken." Restliche Aufwendungen erreichten einen Anteil an den Gesamtausgabenvon 18 Prozent.

Zieht man die Mehrwertsteuer und die Rezeptgebühr ab, ergibt sich laut dem Standesvertreter ein Anteil von 13,3 Prozent der Arzneimittel an den Gesamtausgaben der Kassen. Die Mehrwertsteuer bekommen die Krankenkassen refundiert, die Rezeptgebühr als Selbstbehalt der Patienten überwiesen.

Die Umsatzzuwächse bei den auf Kassenrezept abgegebenen Arzneimitteln zeigen von Bundesland zu Bundesland deutliche Unterschiede: Einsam an der Spitze lag 2011 das Bundesland Salzburg mit einem Plus von 4,3 Prozent. Dann folgten die Steiermark (2,8 Prozent), Oberösterreich (2,7 Prozent), Tirol (2,4 Prozent), Burgenland und Kärnten (je 2,2 Prozent), Wien (2,1 Prozent), Vorarlberg (1,7 Prozent) und Niederösterreich (1,2 Prozent).

Die Sache ist interessant, weil gerade im Bundesland Salzburg in den vergangenen Jahren öffentlich heftig diskutierte Bemühungen der Gebietskrankenkassen in Kooperation mit der Ärztekammer liefen, das Wachstum bei den Arzneimittelausgaben zu dämpfen. Unter allen österreichischen Gebietskrankenkassen verzeichnete die SGKK im vergangenen Jahr allerdings wertmäßig die größte Wachstumsrate bei den Arzneimittelausgaben auf Kassenrezept mit einem Plus von 10,15 Prozent (Österreichdurchschnitt der GKKs: plus 2,65 Prozent).

Gegenüber den moderaten Werten im Jahr 2011 stiegen im Jänner die Kassenumsätze in den österreichischen Apotheken mit absolut plus 6,42 Prozent wieder deutlich an (auf Basis der 2011 bereits bestehenden Apotheken um plus 6,01 Prozent), im Februar betrug das Wachstum beim zweiten Wert gar 6,68 Prozent. Das Wachstum bei der Zahl der abgegebenen Packungen lag deutlich darunter.

apa.at

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