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APA-Artikel 24. Februar 2012

Spitals-Debatte: Wiener Gemeinderat behandelte das AKH

Der Wiener Gemeinderat hat sich am Freitag einmal mehr mit dem Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) beschäftigt, das zuletzt wiederholt für Schlagzeilen gesorgt hat. Die Diagnose der diversen Fraktionen fiel dabei unterschiedlich aus. FPÖ und ÖVP orteten grobe Mängel am "System AKH", die Regierungsparteien kritisierten hingegen die Opposition, die nach Ansicht der Regierung zu wenige konkrete Vorschläge aufzubieten hat.

FPÖ-Klubchef Johann Gudenus widmete sich in der Aktuellen Stunde vor allem den Korruptionsvorwürfen rund um das größte Spital des Landes. Denn im AKH soll es bei der Vergabe um einen - inzwischen neu ausgeschriebenen - 50 Mio. Euro schweren Reinigungsauftrag zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Sollte eine Spitals-Soap jemals in dem Spital spielen, wäre "Tango-Korrupti im Wiener AKH" ein zutreffender Titel, befand Gudenus.

Er verlangte dringend Konsequenzen, und zwar vor allem den Abschied des Generaldirektors des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Wilhelm Marhold, und von Spitalsdirektor Reinhard Krepler: "Wir fordern eine unverzügliche Ablöse der beiden Herrschaften." Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) gewähre "diesen Leuten Narrenfreiheit". Dabei sei der Fasching doch vorbei.

"Das System AKH liegt auf der Intensivstation", kritisierte auch die VP-Mandatarin Ingrid Korosec. Wobei sie nicht nur auf die "Skandalvergabe" verwies, sondern unter anderem auch auf die Implementierung des EDV-Systems AKIM, die inzwischen seit 15 Jahren laufe. Korosec sprach sich erneut für die Schaffung einer AKH-Betriebsführungsgesellschaft aus, in der die Stadt und die Medizin-Uni Wien vertreten sein sollten.

"Die FPÖ glänzt durch Inkompetenz", befand die Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen, Sigrid Pilz. Die FPÖ mache keinen einzigen Vorschlag zur Weiterentwicklung des KAV. Wobei es durchaus "Baustellen" im AKH gebe, wie Pilz betonte. Kritik übte sie unter anderem an zu langen Diensten und den Nebenbeschäftigungen mancher Ärzte. Diese müssten sich verstärkt wieder auf ihre "Kernaufgabe", also das AKH, besinnen.

SP-Gemeinderat Christian Deutsch wandte sich ebenfalls an die blaue Fraktion: "Sie schaden durch Skandalisierung dem größten Krankenhaus des Landes und verunsichern Patienten mit Pauschalverurteilungen." Und die SPÖ, so versprach er, werde auch die Mitarbeiter im Krankenhaus in Schutz nehmen. Diese hätten es nicht verdient, von der FPÖ "in den Dreck" gezogen zu werden, sagte Deutsch.

apa.at

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